Neues Abkommen gegen illegale Fahrten in Frankfurt
Guten Tag,
zwischen Kontrollen und autonomen Taxis
Während sich die Sonne momentan über Deutschland nur gelegentlich blicken lässt, herrscht in der Verkehrspolitik zumindest in Frankfurt klare Sicht – dort nämlich hat die Stadt mit Fahrdienstvermittlern ein Abkommen geschlossen, das sich so liest, als hätte jemand das Personenbeförderungsgesetz endlich einmal ernst genommen.
Ein Kontrollsystem, das Verstöße sichtbar macht, Genehmigungen automatisch prüft und Konzessionen zurückmeldet – man könnte fast meinen, die Ämter seien in der Gegenwart angekommen. Plattformen wie Bolt, Uber und SafeDriver ennoo spielen dabei mit, zumindest offiziell. Das klingt gut – aber wer in dieser Branche schon länger unterwegs ist, weiß: Papier (oder hier: der Server) ist geduldig. Die Taxi-Vereinigung Frankfurt jedenfalls freut sich erst einmal. Und man gönnt es ihr, nach Jahren im Dauerlauf gegen unsichtbare Konkurrenten.
Ob das neue System wirklich wirkt, hängt weniger von den Algorithmen ab als von den Menschen dahinter. Werden Verstöße tatsächlich sanktioniert? Kommt der berühmte "echte Vollzug", von dem alle sprechen und den niemand je gesehen hat? Und: Werden Nachbarstädte mitziehen – oder flüchten sich illegale Anbieter künftig einfach über die Stadtgrenze nach Offenbach?
Während Frankfurt also das Fundament für Ordnung legt, dringt Uber im fernen Osten derweil in ganz andere Sphären vor. Gemeinsam mit dem chinesischen Tech-Giganten Baidu startet man dort eine neue Robotaxi-Offensive. Schon bald sollen Nutzer per App wählen können: menschlicher Fahrer oder Software auf Rädern. Zunächst in Asien, dann im Nahen Osten – und bald auch in Europa, heißt es. Das wirkt fast wie aus einer anderen Welt. Während hierzulande Taxikonzessionen überprüft und Fahrerlisten digitalisiert werden, plant Uber mit Baidu fahrerlose Dienste.
Mittendrin stehen Taxi-Unternehmer in Köln, Leipzig oder München und fragen sich: Was heißt das alles für uns? Sicher ist: Die Zukunft rückt näher, schneller als vielen lieb ist. Deshalb braucht es zweierlei: Regelungen, die durchgesetzt werden. Und eine Taxi-Branche, die sich weiterentwickelt – mit Qualität, digitalen Werkzeugen und dem Selbstbewusstsein, dass menschlicher Service mehr ist als ein Algorithmus.
Thomas Kanzler
Chefredakteur taxi heute
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