MOLO setzt auf frühe Kontrolle: Rheinland-Pfalz muss aus den Erfahrungen mit Uber lernen
Guten Tag,
in Rheinland-Pfalz verschicken Verbandsvertreter Broschüren an Genehmigungsbehörden und werben dafür, Mietwagenanträge genauer zu prüfen. Sechs Prüfbereiche, Checklisten, Rückkehrpflicht, Hamburger Modell – Verwaltungshandwerk also. Nicht spektakulär, aber wirksam. Es ist die Erkenntnis, dass Märkte oft nicht dort entschieden werden, wo die Fahrzeuge fahren, sondern dort, wo Genehmigungen erteilt werden. Auf der anderen Seite des Atlantiks: Texas. Dort soll möglicherweise schon in wenigen Tagen ein Fahrzeug ohne Lenkrad und Pedale Fahrgäste befördern. Ein Robotaxi, gesteuert von Kameras, Algorithmen und dem Glauben Elon Musks, dass künstliche Intelligenz inzwischen besser Auto fahren kann als der Mensch.
Zwischen beiden Geschichten liegen Welten. Und doch erzählen sie von derselben Frage: Wer bestimmt künftig die Regeln der Mobilität?
Die Kollegen von MOLO in Rheinland-Pfalz argumentieren, man müsse aus den Erfahrungen anderer Städte lernen. Wer erst handelt, wenn Hunderte Plattformfahrzeuge unterwegs sind, kämpft später jahrelang vor Gerichten und Behörden. Der Gedanke dahinter ist so alt wie die Verkehrspolitik selbst: Prävention ist meist günstiger als Reparatur.
Elon Musk verfolgt den gegenteiligen Ansatz. Seine Philosophie lautet seit Jahren: bauen, starten, skalieren – und die offenen Fragen unterwegs beantworten. Manchmal funktioniert das erstaunlich gut, manchmal dauert es deutlich länger als angekündigt. Das Robotaxi gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Seit Jahren fährt es vor allem durch Präsentationen und Investorenkonferenzen. Nun könnte es tatsächlich auf die Straße kommen.
Interessant ist dabei weniger die Technik als die Parallele. Sowohl MOLO als auch Tesla beschäftigen sich letztlich mit derselben Ressource: Zeit. Die einen wollen möglichst früh eingreifen, bevor sich Marktstrukturen verfestigen, die anderen wollen möglichst früh starten, bevor Wettbewerber den Vorsprung ausbauen. Beide Seiten wissen, dass derjenige Vorteile hat, der zuerst handelt.
Es zeigt uns auch, wie unterschiedlich die Geschwindigkeiten der Mobilitätswelt geworden sind. Der Sachbearbeiter im Landratsamt und der Softwareingenieur bei Tesla arbeiten heute beide an der Zukunft des Verkehrs. Nur mit sehr unterschiedlichen Werkzeugen. Wer von beiden mehr Einfluss haben wird? Die Antwort ist offen.
Thomas Kanzler
Chefredakteur taxi heute
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