In Leipzig gerät das Taxi-Modell unter Druck – SPD-Fraktion fordert klare Regeln für Uber & Co
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die KI geht ans Telefon – und Leipzig schweigt
Während in Leipzig das politische Parkverbot für klare Entscheidungen weiter anhält, übernimmt andernorts ein Computer das Gespräch. Und zwar mit Charme, Dialektverständnis und unendlicher Geduld. Der KI-Assistent klingt wie jemand, der gerade wirklich Zeit für den Kunden hat – rund um die Uhr, ganz ohne Kaffeepause.
Was auf den ersten Blick nach futuristischer Spielerei klingt, ist in Wahrheit eine sehr gegenwärtige Antwort auf ein altbekanntes Problem: zu wenig Personal, zu viele Anrufe, zu viele Apps, zu wenig Appetit auf Wartezeiten. Und da kommt die KI, die nie krank ist, nicht streikt und keine Tarifrunde fordert, gerade recht. Man muss das nicht mögen. Aber man muss es ernst nehmen.
Der wahre Fortschritt kommt ja meist mit leisen Schritten – oder, in diesem Fall, mit angenehmer Stimme und der Frage: „Wohin darf es gehen?“ Denn während die Politik in Leipzig noch prüft, wie viel Regulierung sie sich leisten will, hat die KI schon gelernt, wie man ein Taxi auch um drei Uhr morgens an die Peripherie schickt. Ohne dass jemand vorher 20 Minuten in der Warteschleife Schubert hören muss.
Dabei wäre es doch so einfach: Die einen bauen Technik, die anderen Regeln. Und idealerweise passiert das gleichzeitig. Aber Leipzig zeigt, wie man’s nicht macht: Man erlässt eine Verfügung, zieht sie zurück, sagt nichts dazu und lässt das Taxi weiter ins Abseits rollen. Es ist doch schon längst klar, dass Uber & Co. ein anderes Spiel spielen. Eines ohne Beförderungspflicht und mit missachteter Rückkehrpflicht. Und das zu Preisen, die sich bei seriöser Unternehmensführung niemals rechnen würden.
Während also Taxifahrer in Leipzig – und im Rest der Republik – mit Tariftreue zu jeder Uhrzeit bereitstehen, drücken sich die zuständigen Verwaltungen um klare Entscheidungen. Was also bleibt? Eine Branche, die sich wieder mal selbst helfen muss. Mitunter auch mit Künstlicher Intelligenz statt politischer Unterstützung.
Thomas Kanzler
Chefedakteur taxi heute
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