Hamburgs E-Taxi-Ausbau stockt trotz Förderprogrammen
Guten Tag,
von Laternen, Ladepunkten und Logikverlusten
In Hamburg steht die Zukunft – und wartet. Sie wartet am Straßenrand, genauer gesagt: an einem von sieben Ladepunkten, exklusiv für Taxis. Seit Januar dürfen in der Hansestadt nur noch emissionsfreie Taxis neu zugelassen werden. Eine saubere Idee – wäre da nicht der Dreck mit der Realität. Statt einem Aufbruch erleben wir einen Ladehemmungskrampf. Nur 35 Fahrzeuge wurden 2025 bislang ersetzt. Und ja, das ist kein Tippfehler. Drei. Fünf. Man möchte fast jedem einzelnen Unternehmer eine Ehrenplakette überreichen: „Für Tapferkeit an der Ladesäule.“
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Umstieg stockt. Und das trotz Förderprogrammen, obwohl das Projekt „Zukunftstaxi“ mit klingendem Namen und noch besserer Absicht angetreten ist. Und weil das Angebot an bezahlbaren E-Taxis irgendwo zwischen Fiktion und Lieferkette hängt, tun viele Betriebe das einzig Logische: Sie halten an ihren alten Fahrzeugen fest.
Uber Health will Deutschlands Krankentransporte revolutionieren. Was nach einer wohltätigen Idee klingt, entpuppt sich beim zweiten Hinsehen als App mit Attitüde – aber ohne Erfahrung, Einfühlungsvermögen oder Verständnis für das, was eine Krankenfahrt wirklich ausmacht.
Denn während unsere Fahrer noch wissen, dass ein Patient nicht nur Zielkoordinaten, sondern manchmal einfach ein gutes Wort braucht, hält Uber es lieber mit Algorithmen. Hauptsache schnell, günstig und gut für die PR. Der Bundesverband Taxi und Mietwagen spricht von „Dumping-Mobilität für Anspruchslose“. Denn gerade in der Gesundheitsversorgung ist menschliche Nähe keine Altlast, sondern Dienstleistung im besten Sinne – und gehört damit in Taxi-Hand!
Thomas Kanzler
Chefedakteur taxi heute
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