Hamburg prüft flexiblere Taxi-Preise
Guten Tag,
Tarifkorridor im Testbetrieb
Während in Hamburg gerade ausprobiert wird, wie flexibel man mit Taxitarifen jonglieren darf, ringt Mainz um ganz andere Fragen: nämlich um die nackte Existenz des Gewerbes im Wettbewerb mit Mietwagen. Zwei Städte, zwei Themen – und doch ein gemeinsamer Kern: die Suche nach einem fairen Preis für die Taxifahrt.
Hamburg geht es experimentell an. Erst gab es Festpreise, die aber meist teurer waren als eine Fahrt mit Taxameter. Die Nachfrage blieb entsprechend überschaubar. Nun also der nächste Versuch: ein Tarifkorridor, zunächst nach unten, später vielleicht auch nach oben. Für drei Monate dürfen die Preise um bis zu 20 Prozent sinken, dann wird geprüft, ob auch Aufschläge markttauglich sind. Plattformen wie Free Now versprechen sich von flexibleren Preisen mehr Buchungen. Und die Stadt? Die sammelt Daten, forscht, evaluiert. Hamburg macht Taxi zur Versuchsanordnung.
In Mainz dagegen wird nicht geforscht, sondern gefordert. Dort sehen sich Taxiunternehmer von Uber & Co. in die Ecke gedrängt. Mietwagen können deutlich günstiger fahren, weil sie nicht an den Taxitarif gebunden sind. Das Mainzer Gewerbe verlangt deshalb Mindestpreise für Mietwagen – gestützt auf § 51a des Personenbeförderungsgesetzes. Heidelberg hat das bereits mit Erfolg umgesetzt. Mainz will nachziehen, möglichst schnell. „Es ist fünf nach zwölf“, sagt ein Branchenvertreter.
Es geht immer um die gleiche Grundfrage. Was ist uns Taxi wert? Ist es nur ein weiteres Mobilitätsangebot im Wettbewerb vieler? Oder bleibt Taxi Daseinsvorsorge, die nachts, im Regen oder bei der Fahrt ins Krankenhaus eben da ist, wenn andere Dienste längst Pause machen?
Thomas Kanzler
Chefedakteur taxi heute
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