Taxifahrer ignorieren oft den Blindenhund
Mit einem Blindenhund am Führgeschirr wird man oft aus Lebensmittelgeschäften geworfen und von Taxifahrern geflissentlich ignoriert. Das berichtete Volker Schilling, Fachgruppenleiter Blindenführhunde des Blinden- und Sehbehindertenvereins Niedersachsen, bei der Eröffnung einer Wanderausstellung. Sie ist dem 100-jährigen Bestehen der Ausbildung von Blindenhunden gewidmet (taxi heute berichtete).
Schilling und sein Blindenhund Merlin erklären sich einen Großteil der Ablehnung aus dem Umstand, dass Taxifahrer muslimischen Glaubens Hunde als schmutzige Tiere ansehen würden. Deshalb arbeite der Blindenverein eng mit den Taxiverbänden zusammen, um dieses Problem zu lösen.
Wie Schilling bei der Veranstaltung erklärte, wird der Beruf des Ausbilders von Blindenführhunden nicht staatlich anerkannt. Es gäbe dafür bisher nur 1993 entwickelte Kriterien, die inzwischen veraltet seien. Die Krankenkassen, die die tierischen Helfer finanzierten, schauten heute meist auf den Preis des Tieres und weniger auf sein Können. Ein über sechs bis zehn Monate ausgebildeter Blindenführhund koste zwischen 25.000 und 35.000 Euro. Im Sommer 2016 sei in den Deutschen Bundestag eine Petition eingebracht worden, um die diese Ausbildung zu standardisieren.
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