Fünf Prozent langsamer - zehn Prozent weniger Verkehrstote
Schlag wies darauf hin, dass das Blickfeld eines Autofahrers umso schmaler werde, je schneller er fahre. Das sei insbesondere im Stadtverkehr problematisch, wo vieles am Fahrbahnrand passiere. Ältere Menschen hätten ohnehin mit einem altersbedingt eingeschränkten Blickfeld zu kämpfen.
Der Verkehrspsychologe erklärte das dichte Auffahren als „psychisches Anrempeln“ und führte es auf das Territorialverhalten der Menschen zurück. Mit zunehmender Geschwindigkeit beanspruchten sie einen immer größeren Verkehrsraum für sich und betrachteten die anderen Autofahrer nicht mehr als Individuen. Ein solches Verhalten könne man nur über eine höhere Überwachungsdichte und über härtere Strafen beeinflussen. Die wechselseitige Kontrolle, die etwa bei Alkoholdelikten mittlerweile gut funktioniere, sei im Bereich von Geschwindigkeits- und Abstandsverstößen noch nicht gegeben.
Schlag berichtete abschließend, dass etwa in den USA öffentlich darüber gesprochen werde, wie stark gut motorisierte Fahrzeugvarianten an Unfällen beteiligt seien. Hierzulande hingegen werde nur über die Crashsicherheit geredet und die Autoindustrie wehre sich massiv dagegen, die Unfallbeteiligung ihrer besonders leistungsfähigen Modelle zu thematisieren.
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