Starkstrom aus Linz – Banner Batterien behauptet sich im Wandel der Mobilität
312 Millionen Euro Umsatz, ein Plus von zehn Millionen gegenüber dem Vorjahr. 4,2 Millionen verkaufte Batterien, 200.000 mehr als 2023. Zahlen, die in einer Zeit stagnierender Absatzmärkte nicht selbstverständlich sind. Und doch wirken sie bei Banner nicht wie zufällige Ausreißer. Sie sind das Ergebnis eines Weges, der über Jahre mit Bedacht gegangen wurde.
Blei bleibt!
Gegründet 1937 in Rankweil in Vorarlberg hat Banner Batterien seinen Hauptsitz in den 50 er Jahren nach Linz verlegt. Das Unternehmen ist einer der letzten verbliebenen Starterbatterie-Hersteller in Familienhand – und einer, der Blei-Säure-Technologie nicht als Altlast, sondern als Stärke begreift.
„Natürlich beobachten wir die Entwicklung bei E-Mobilität genau“, heißt es aus dem Unternehmen.
Doch das Kerngeschäft – Batterien für Pkw, Nutzfahrzeuge und industrielle Anwendungen – bleibe tragfähig. Vor allem als Ergänzung zu elektrischen Antriebssystemen seien klassische Bordnetzbatterien weiterhin unentbehrlich.
Tatsächlich profitieren Anbieter wie Banner vom stabilen Bedarf an sogenannten AGM- und EFB-Batterien, die in Fahrzeugen mit Start-Stopp-Systemen und zunehmender Elektronik verbaut werden. Auch in der Industrie und bei Notstromlösungen bleibt die Nachfrage robust.
„Der Markt wird vielfältiger, nicht kleiner“, sagt ein Branchenkenner.
Stete Investitionen
25 Millionen Euro hat das Unternehmen in den vergangenen drei Jahren investiert – in Produktionsstandorte, in Qualitätssicherung, in Digitalisierung. Über 95 Prozent der Produkte gehen in den Export, der größte Teil davon in die EU. 760 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählt die Gruppe europaweit.
Während andere Hersteller sich mit Konzeptstudien und Elektrofantasien überbieten, setzt man in Linz auf „leise Innovation“ – etwa bei der Fertigungstechnik oder der Wiederverwertung von Altbatterien. Auch hier ist das Unternehmen früh dran gewesen: Recycling war bei Banner schon Thema, bevor ESG-Ratings im Fokus standen.
Solides Fundament in unruhiger Zeit
Der Blick auf das Gesamtbild zeigt: Die Elektrifizierung des Verkehrs verändert die Branche, aber nicht überall in gleichem Tempo. Zwar konnten vollelektrische Fahrzeuge in bestimmten Märkten zulegen, trotzdem bleibt der Bestand an Verbrennern hoch. Der Bedarf an Starter- und Zusatzbatterien ist jedenfalls ungebrochen. Für Banner ist das Rückenwind. Gleichzeitig scheut man in Linz nicht die Herausforderung, neue Geschäftsmodelle auszuloten. Von Energiespeichern bis zu kundenspezifischen Lösungen für Logistik und Industrie – das Portfolio wird breiter.
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