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Politik ignoriert behindertengerechte Taxis

Die Stadt New York wird derzeit verklagt, weil sie sich gegen eine verpflichtende Barrierefreiheit neuer Taxis aussprach. Auch hierzulande ist das Interesse der Regierung an behindertenfreundlicher Mobilität im Taxi nicht allzu groß.
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Redaktion (allg.)

Ab dem Jahr 2013 soll der Nissan NV200 als Einheitstaxi auf den Straßen New Yorks eingesetzt werden. So haben es die Stadtverwaltung und die New Yorker Taxi & Limousine Comission (TLC) vor knapp einem halben Jahr entschieden. Und das, obwohl sich zuvor in einer groß angelegten Befragung zwei Drittel der New Yorker für das Modell „V1“ des türkischen Herstellers Karsan entschieden hatten.

Dieses Modell hätte wahlweise mit Diesel oder Erdgas, als Hybrid oder vollelektrisch betrieben werden können – und war zudem rollstuhltauglich. Am Ende aber setzten sich die Verantwortlichen über das Votum der New Yorker hinweg und vergaben den Auftrag an Nissan, deren Taxi-Bus NV200 nicht für die Beförderung gehandicapter Fahrgäste geeignet ist.

Diese Entscheidung könnte für die Stadt nun ein juristisches Nachspiel haben. Wie „NYDailyNews.com“  berichtet, hat die Bundesanwaltschaft Zivilklage eingereicht, weil New York zu wenig tue, um Barrierefreiheit im Sinne des US-amerikanischen Behindertengleichstellungsgesetzes herzustellen.

New Yorks Bürgermeister Bloomberg verteidigt sich und argumentiert, dass der Fahrkomfort für „durchschnittliche" Fahrgäste in behindertengerechten Taxis schlechter sei. Darüber hinaus verbrauchten sie mehr Sprit. Da ohnehin kaum behinderte Passagiere ein Taxi auf der Straße rufen, würde es seiner Meinung nach vollkommen ausreichen, wenn einige barrierefreie Taxis per Telefon bestellbar wären.
Auch in Deutschland besteht seitens der Politik wenig Interesse an einer Ausdehnung des Taxi-Angebots für mobilitätseingeschränkte Menschen. Der Parlamentarische Staatssekretär Andreas Scheuer (CSU) und Hans-Joachim Fuchtel von der CDU antworteten auf entsprechende Anfragen von Bundestagsabgeordneten der SPD und der Linken, dass der Regierung keine Angaben zum Anteil der behindertengerechten Taxis vorlägen und man auch keinerlei Bedarf sehe, ihre Zahl durch eine besondere Förderung zu vergrößern. Mehr dazu können Sie in der November-Ausgabe der taxi heute nachlesen.
Hier geht´s zur Heftbestellung.

(sk)
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