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IAA: Mercedes-Benz zeigt viel weniger Autos als bisher

In der traditionellen Festhalle sollen die Besucher vor allem emotional an die Marke herangeführt werden, nicht mehr über neue Pkw und Sonderfahrzeuge und schon gar nicht über Taxis.

Die schöne neue Welt von Daimler sieht Elektroautos, autonomes Fahren und (ganz links) Elektroroller vor. (Alle Fotos: Dietmar Fund)
Die schöne neue Welt von Daimler sieht Elektroautos, autonomes Fahren und (ganz links) Elektroroller vor. (Alle Fotos: Dietmar Fund)
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Dietmar Fund

Am Vortag des ersten Pressetages der diesjährigen Pkw-IAA hatte Mercedes-Benz fast das ganze Erdgeschoss der Festhalle freigeräumt, um dort am Folgetag seine Pressekonferenz zu veranstalten. Danach wird dort zwar noch mehr als eine Handvoll Modelle stehen, doch der Schwerpunkt in dem Kuppelbau liegt dieses Mal auf dem emotionalen Erleben der Marke.

Die Besucher sollen unter anderem riechen, was einen typischen Mercedes ausmacht. Es ist sogar die Rede davon, dass die Autos künftig erkennen sollen, in welcher Stimmung sich ihr Fahrer befindet, und darauf technisch reagieren. Man darf gespannt sein, ob sich dann ein unzufriedener Taxifahrer per Hardrock aus den Lautsprechern zu erkennen gibt.

Sonderfahrzeuge wie Taxis sind im Gegensatz zu früheren Jahren weder in einer Ecke der Festhalle noch ausgelagert vor den Messetoren oder im Freigelände wie bei den vergangenen beiden Auto-Ausstellungen am Main zu sehen. Dem Vernehmen nach sollen aber auch bekannte Taxiverkäufer von Niederlassungen Standdienst schieben. Einer von ihnen betreut in der Vorhalle, die bisher immer die Marke smart belegt hat, den neuen Mercedes-Benz GLB, durfte aber noch nicht verraten, ob dies einen Taxi-Hintergrund hat.

Die vergrößerte Variante der aktuellen B-Klasse ist ein Fünfsitzer mit zwei Notsitzen im Heck. Das zeigte die erste Inaugenscheinnahme. Während das Modell als Fünfsitzer hinten gute Zustiege und eine ordentliche Beinfreiheit bietet, wenn es der Vordermann nicht übertreibt, scheitern schon größere Kinder am Durchstieg nach hinten. Dafür verwendet Mercedes-Benz ebenso eine längs verschiebbare Rücksitzbank mit abklappbarer Lehne wie Opel anno dunnemals bei seinem Trendsetter Zafira. Während der aber noch als Siebensitzer durchgehen konnte, ist der Durchstieg im GLB sehr, sehr schmal. Man kann sich als Erwachsener den Ausstieg kaum vorstellen.

Immerhin sind die beiden Kindersitze im Boden versenkbar, sobald die Lehnen der zweiten Reihe recht steil stehen. Klappt man sie auch nach unten, entsteht ein ebener Laderaumboden. Einfache Stoff-Schlaufen fürs Aufrichten und Absenken der Sitze offenbaren die sparsame Seele der schwäbischen Entwickler, während die Designer es im Cockpit mit ihren filigranen Belüftungsdüsen und dem Riesen-Bildschirm wie in der E-Klasse fast schon wieder übertrieben haben. Bei den Düsen denkt man unwillkürlich ans Reinigen mit Wattestäbchen.

Interessanterweise hat der GLB im Fond praktisch denselben Beinraum und die gleiche Kopffreiheit wie das neue Elektromodell EQC. Beide haben eine hohe Ladekante und der EQC noch dazu ein stark abgeschrägtes und damit Kofferraum fressendes Heck. Immerhin schränken die Akkus des Elektro-Bombers den Fahrgast- und den Laderaum ebenso wenig ein wie beim neuen Plug-in-Hybriden B 250e. Der hat im Laderaumboden nach dem Umklappen der Lehne eine kleine Stufe, aber wenigstens nicht den opulenten Kasten der Plug-in-Hybride der E-Klasse, die auch noch einen hohen Aufpreis kosten. Seine Ladeklappe hinten rechts signalisiert mit einem Totstecker, dass das Modell aktuell wohl noch nicht fürs Schnellladen gedacht ist. Taxi- und Mietwagenunternehmer kann das kalt lassen, denn die wenigsten von ihnen würden von einem Plug-in-Hybriden profitieren. Bislang seien weder der B 250e noch der EQC noch der GLB als Taxi geplant, war bislang die offizielle Aussage des Mercedes-Benz Vertriebs Deutschland. Mal sehen: Vielleicht hat sich daran etwas geändert.

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