Uscale-EV-Ranking: Tesla und Polestar top - Stellantis und Nissan flop

Ein Beratungsunternehmen befragte 3.400 Fahrer von Elektrofahrzeugen zu ihren Modellen. Am Ende sind die Tesla- und Polestar-Fahrer am zufriedensten. Am meisten Kritik an ihren Autos kommt von Nissan-, aber auch Stellantis-Fahrern.

Fast gleichauf mit Tesla: Polestar-Fahrer sind hochzufrieden mit ihren Mobilen und üben sogar am wenigsten Kritik. (Foto: Dietmar Fund)
Fast gleichauf mit Tesla: Polestar-Fahrer sind hochzufrieden mit ihren Mobilen und üben sogar am wenigsten Kritik. (Foto: Dietmar Fund)
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Das auf eMobilität spezialisierte Beratungs- und Marktforschungsunternehmen USCALE hat rund 3.400 eAuto-Fahrer ausführlich zu ihren Fahrzeugen befragt und überraschende Ergebnisse zutage gefördert. Mit dem festgelegten Ende des Verbrennungsmotors auf 2035 hätten die Hersteller jetzt eine klare Roadmap, die Umfrage zeige ihnen, wo sie heute stehen und wie weit der Weg noch ist, erklärt das Beratungsunternehmen. Die Unterschiede seien enorm: Verbrennerfahrzeuge hätten 135 Jahre Entwicklungsarbeit hinter sich. Verglichen damit stehen Elektroautos noch am Anfang, Entwickler hätten gut zu tun, das Auto neu zu erfinden. Das gelinge nicht allen Herstellern gleich gut.

„Wir haben die eAuto-Fahrer:innen nach allen Details ihrer Autos gefragt. Aber am Ende zählt, ob die Befragten ihr Auto einem Freund oder Kollegen weiterempfehlen würden. Hier zeigen sich sehr große Unterschiede zwischen den Marken“, erklärt Axel Sprenger, Geschäftsführer von USCALE.

Teilweise gebe es auch auf Modellebene große Unterschiede. So schneiden zum Beispiel die neuen BMW-Modelle iX, iX3 und iX4 deutlich besser ab als der in die Jahre gekommene BMW i3. Bei VW dagegen liegen erstaunlicherweise der ID.3 und der technisch veraltete eGolf fast gleichauf bei der Weiterempfehlungsquote.

Die Reichweite ist nur eine von vielen Baustellen

In den Medien werde vorrangig über zu geringe Reichweiten von eAutos diskutiert. Aus Sicht der Befragten gebe es jedoch drei Großbaustellen in der Fahrzeugentwicklung:

  • Handlungsfeld 1: Laden und Reichweite. Die Reichweite vieler eAutos ist weiterhin kritisch, das heißt, die Diskussion um die Reichweite ist berechtigt. Allerdings sehen nur 42 Prozent der Befragten vorrangigen Handlungsbedarf. Mit 39 Prozent sehen fast genauso viele Handlungsbedarf bei der Ladeleistung. Reichweite und Ladeleistung hängen zusammen: Wer schnell laden kann, für den ist auch eine geringe Reichweite weniger problematisch.
  • Handlungsfeld 2: eAuto-spezifische Bedienkonzepte. Um sicher durch den „Ladedschungel“ zu kommen, braucht es mehr als ein paar Ladekarten. eAuto-Fahrer benötigen eine Reihe von zusätzlichen Anzeigen zur Reichweite oder zum Energieverbrauch. Dazu kommen einige wichtige Funktionen im Zusammenhang mit der Routen- und Ladeplanung sowie dem Management des Ladevorgangs selbst. Allein zur Routenplanung sind 50 Prozent der Befragten der Meinung, dass es beim Hersteller ihres eAutos vorrangigen Handlungsbedarf gibt.
  • Handlungsfeld 3: Connectivity und Software. Ein dritter Schwerpunkt ist die Software und die sogenannte Connect-App, also die Fahrzeug-App zur Bedienung und Überwachung des Autos. Bei Elektroautos ist die App deutlich wichtiger als bei Verbrennern. Aus Sicht der Befragten gelingt es vielen Herstellern nicht, hier überzeugende Konzepte anzubieten.
  • Als vierten Schwerpunkt nennen die Befragten noch Probleme mit der Qualität und insbesondere mit der Akustik. Allerdings bezieht sich der Handlungsbedarf zur Qualität ganz überwiegend auf Tesla-Fahrzeuge.

Axel Sprenger resümiert, es gebe also viel zu tun. Wichtig sei, dass die Entwickler in den Autofirmen direktes Feedback bekommen und die richtigen Schwerpunkte setzten. Elektroautos müssten schnell besser werden. Autokäufer und -Käuferinnen sollen in zwölf Jahren nicht nur „notgedrungen“ ein eAuto kaufen, sondern lange vorher überzeugt umsteigen.

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