Berliner Taxis am BER: Innung will Bestellfahrten über Geozone erleichtern

(dpa/fk) Ein festgelegtes Wartegebiet im Flughafenumfeld soll die digitale Vermittlung von Fahrgästen und verfügbaren Taxis verbessern. Die Innung fordert Berlin, Brandenburg und die Flughafengesellschaft auf, das Konzept gemeinsam zu prüfen.

Nach Angaben des Landkreises Dahme-Spreewald warten Taxifahrer am Flughafen derzeit häufig mehr als drei Stunden auf einen Beförderungsauftrag. | Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa
Nach Angaben des Landkreises Dahme-Spreewald warten Taxifahrer am Flughafen derzeit häufig mehr als drei Stunden auf einen Beförderungsauftrag. | Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Die Innung des Berliner Taxigewerbes setzt sich für eine neue Regelung zur Abholung von Fahrgästen am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ein. Nach der Kündigung der bisherigen Transportvereinbarung durch den Landkreis Dahme-Spreewald dürfen Berliner Taxis ab dem 1. Januar nur noch auf Bestellung Fahrgäste am Flughafen aufnehmen. Die Innung schlägt deshalb die Einrichtung einer sogenannten Geozone im Flughafenumfeld vor. Damit sollen Berliner Taxiunternehmen weiterhin einen schnellen Zugang zu bestellten Flughafenfahrten erhalten.

Geozone soll digitale Taxivermittlung erleichtern

Das Konzept sieht ein geografisch festgelegtes Gebiet in der Nähe des Flughafens vor, in dem Berliner Taxifahrer auf Beförderungsaufträge warten können. Sobald ein Fahrgast ein Taxi bestellt, könnte ein verfügbares Fahrzeug aus dieser Zone zum Terminal fahren.

Die digitale Vermittlung soll dabei helfen, Fahrgäste und verfügbare Taxis im Flughafenumfeld gezielter zusammenzubringen. Durch die räumliche Nähe zum Flughafen könnten sich die Anfahrtswege für bestellte Fahrzeuge verkürzen.

Die Innung hat den Vorschlag in einem Schreiben an die Berliner Abgeordneten Tino Schopf von der SPD und Kristian Ronneburg von der Linken formuliert. Nach Angaben des Innungsvorsitzenden Leszek Nadolski steht die genaue geografische Abgrenzung der vorgeschlagenen Zone noch nicht fest.

Die Interessenvertretung fordert die möglichen künftigen Berliner Koalitionspartner auf, gemeinsam mit dem Land Brandenburg und der Flughafengesellschaft die Einrichtung einer solchen Zone zu prüfen.

Bisherige Vereinbarung für 1.100 Taxis endet

Hintergrund des Vorstoßes ist die Kündigung der bisherigen Transportvereinbarung zwischen dem Land Berlin und dem Landkreis Dahme-Spreewald zum Jahresende. Sie regelte bislang den Zugang von Berliner und Brandenburger Taxis zum Flughafen.

Auf Grundlage der Vereinbarung durften insgesamt bis zu 1.100 Taxis am Flughafen auf Fahrgäste warten und diese aufnehmen. Davon entfielen jeweils 550 Berechtigungen auf Fahrzeuge aus Berlin und dem Landkreis Dahme-Spreewald. Die entsprechenden Lizenzen wurden regelmäßig für einen festgelegten Zeitraum verlost.

Mit dem Ende der Vereinbarung entfällt für Berliner Taxis ab dem 1. Januar die bisherige Möglichkeit, ohne vorherige Bestellung am Flughafen auf Fahrgäste zu warten. Fahrgäste dürfen sie künftig nur noch aufnehmen, wenn diese zuvor gezielt eine Fahrt bestellt haben. Das kann beispielsweise über eine digitale Vermittlungsplattform oder telefonisch erfolgen.

Landkreis verweist auf sinkende Nachfrage

Der Landkreis Dahme-Spreewald begründet die Kündigung mit dem zurückgegangenen Taxibedarf am Flughafen. Nach Angaben der Kreisverwaltung müssen Taxifahrer am Flughafen derzeit häufig Wartezeiten von mehr als drei Stunden hinnehmen, bevor sie einen Beförderungsauftrag erhalten.

Mit dem Ende der bisherigen Vereinbarung will der Landkreis die wirtschaftlichen Bedingungen für die Taxiunternehmen aus seinem Zuständigkeitsbereich verbessern.

Berliner Senat will Bestellfahrten stärken

Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde von der CDU bedauert die Kündigung der Vereinbarung. Sie verweist darauf, dass auch die Berliner Taxiunternehmen mit schwierigen Marktbedingungen konfrontiert seien.

Als Reaktion auf die Entscheidung des Landkreises will der Berliner Senat die weiterhin zulässigen Bestellfahrten am Flughafen stärker in der Öffentlichkeit bekannt machen. Zudem sollen diese Fahrten durch einen gesicherten Festpreis für Fahrgäste attraktiver werden.

Der Vorschlag der Berliner Taxiinnung setzt dagegen bei der Organisation der Fahrzeugbereitstellung an. Mit einer Geozone könnten Berliner Taxis in Flughafennähe auf Bestellungen warten und anschließend gezielt zum Terminal fahren. Ob und in welcher Form eine solche Regelung umgesetzt wird, ist bislang offen. (Quelle: dpa)

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