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Deutsche Bahn erprobt autonom fahrenden Shuttlebus

In Bad Birnbach wurde der erste autonom auch auf Straßen fahrende Shuttlebus Deutschlands in Betrieb genommen.
Bei der Pressevorstellung war der Shuttlebus für sechs Fahrgäste ständig von Kameraleuten umlagert. (Foto: Dietmar Fund)
Bei der Pressevorstellung war der Shuttlebus für sechs Fahrgäste ständig von Kameraleuten umlagert. (Foto: Dietmar Fund)
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Dietmar Fund

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Dr. Richard Lutz, präsentierte am 25. Oktober 2017 in der Marktgemeinde Bad Birnbach die erste autonom und elektrisch betriebene Buslinie Deutschlands, die zum Teil auch auf öffentlichen Straßen verläuft. Sie sei ein erster Ansatz, den öffentlichen Verkehr flexibler, individueller und attraktiver zu gestalten, indem nicht mehr der Fahrplan den Takt angebe, sondern zunehmend die Kundenbedürfnisse, erklärte Lutz bei der Pressekonferenz zur Eröffnung der Buslinie.

In Bad Birnbach indes wird der fahrerlose, elektrisch angetriebene EZ 10 von EasyMile mehrere Jahre lang nach einem festen Fahrplan und mit festen Haltestellen verkehren. Zunächst verbindet er täglich zwischen 10 und 18 Uhr im Halbstundentakt das Ortszentrum mit der Therme Bad Birnbach. Ab 2018 sollen dann zwei Busse dieser Art auch den weit außerhalb des Ortskerns liegenden Bahnhof mit anbinden. Die Fahrgäste steigen an markierten Haltstellen zu und fahren kostenlos, weil die Deutsche Bahn das Projekt nutzen möchte, um Erfahrungen mit der Technik und der Akzeptanz der Fahrgäste zu gewinnen. Eine Vorbestellung ist nicht möglich. Damit umgehen die bei der neuen Bahn-Tochter ioki angesiedelten Projektmanager zunächst die Bündelung von Fahrten und das Thema Bezahlung.

Der Shuttlebus verkehrt mit maximal 15 km/h und unter Aufsicht eines Fahrtbegleiters. Er soll nicht nur Fragen der bis zu sechs Fahrgäste beantworten, sondern auch eingreifen, wenn zum Beispiel ein parkendes Auto den Weg versperrt. Noch kann das autonom fahrende Gefährt trotz Kameras und Radarsensoren im Dach und an allen vier Fahrzeugecken noch keine Hindernisse umfahren, sondern nur automatisch vor ihnen stoppen.

Betreiber der neuen autonom und elektrisch bedienten Buslinie 7015 ist die Bahn-Tochter DB Regio Bus Ostbayern. Sie verkehrt mit einer Sondergenehmigung der Regierung der Oberpfalz, die für solche Zulassungsverfahren bayernweit zuständig ist.

Auf die Frage von taxi heute, welche Partner sich die Deutsche Bahn AG als Betreiber solcher autonomer Shuttleverkehre vorstellen könnte und ob Taxi-, Mietwagen- oder Busunternehmer dabei eine Chance hätten, antwortete der Bahnchef ausweichend. Entscheiden würden das die Gemeinden, die Mobilitätsbedürfnisse haben. „Wir suchen Partner, die Lust auf Innovation und Pioniergeist haben“, hatte Lutz schon zuvor erklärt. „Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe.“

Michael Barllière-Scholz, General Manager bei ioki, ergänzte dazu, dass für sein Unternehmen die Zusammenarbeit mit den Bus-Töchtern der Bahn perspektivisch passe, doch ioki sei auch offen für Partner außerhalb der Deutschen Bahn AG. Man führe Gespräche mit den Aufgabenträgern vor Ort, um auch mit herkömmlichen Fahrzeugen und mit Fahrern bedarfsgesteuerte Verkehre zu bedienen. Das solle zum Beispiel 2018 in Hamburg ebenfalls mit einer Ausnahmegenehmigung erprobt werden. Die rund 300 Anruf-Sammel-Taxis und Rufbus-Systeme in Deutschland könnten mit einer von ioki entwickelten Software Schritt für Schritt digitalisiert werden.

Welche weiteren Entwicklungsschritte die Deutsche Bahn AG und ihre Tochter ioki gehen möchten, lesen Sie in der Ausgabe 12/2017 von taxi heute.

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