VW-Rückrufaktion ist für den Halter verpflichtend

Wer als Halter eines Taxis mit Schummel-Software brieflich zur Nachbesserung aufgerufen wird, muss die auch vornehmen lassen, weil sonst die Zulassung erlöschen kann.
Service-Fachmann Jörg Pachmann informierte in Leipzig über Abgas-Nachbesserungen bei Taxis. (Foto: Dietmar Fund)
Service-Fachmann Jörg Pachmann informierte in Leipzig über Abgas-Nachbesserungen bei Taxis. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Volkswagen und seine Konzernmarken informierten seit einiger Zeit die Halter von Fahrzeugen, deren Abgaswerte nachgebessert werden müssten, brieflich über das weitere Vorgehen. Am wichtigsten sei dabei der zweite Brief, in dem der Halter zum Werkstattbesuch aufgefordert werde. Wenn er dieser Aufforderung nicht Folge leiste, mahne Volkswagen nach einem halben Jahr, denn die Rückrufaktion sei für den Halter verpflichtend. Wenn er sich der Nachbesserung verweigere, könne die Zulassung seines Fahrzeugs erlöschen. Das berichtete Jörg Pachmann, Spezialist für Sonderfahrzeuge beim Volkswagen Service Deutschland, am 11. April 2016 auf der Frühjahrstagung des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands (BZP).

Laut Pachmann werden die Nachbesserungsmaßnahmen automatisch beim nächsten Werkstattbesuch mit ausgeführt, damit der Kunde sich einen weiteren Werkstatt-Termin sparen kann. Aufgrund der hohen Laufleistung von Taxis müssten die ohnehin mindestens einmal pro Halbjahr zur Wartung in die Werkstatt.

Pachmann machte darauf aufmerksam, dass die Nachbesserungen nur durch einen der rund 2.200 Service-Partner mit VW-Servicevertrag durchgeführt werden dürfen, weil die Werkstatt über einen Werks-Server eine Rückmeldung an das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) geben müsse, mit dem das Vorgehen abgestimmt sei. Wer ein betroffenes Pkw-Taxi und eines von Volkswagen Nutzfahrzeuge betreibe, müsse entweder zu einem Händler fahren, der Serviceverträge für beide Marken habe, oder zu zwei verschiedenen Servicepartnern. Entsprechendes gelte für die Konzernmarken Audi, Seat und Skoda. Nach der Nachbesserung bekomme der Kunde eine Bescheinigung, die er beim Wiederverkauf als Nachweis verwenden könne.

Wie Pachmann berichtete, brauchen im Rahmen der Aktion rund 1.200 Software-Varianten ein Update, das beim Werkstattbesuch aufgespielt wird. Aufgrund dieser Variantenvielfalt sei es nicht möglich gewesen, beispielsweise Taxis einfach vorzuziehen.

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