Forum des BCMD: Antrieb der Zukunft – und Wahl des Chauffeurs des Jahres

Diesel, Wasserstoff, Hybrid oder Elektro – was ist der richtige Antrieb für Limousine und Mietwagen? Noch sind die meisten Fahrer nicht vom Umstieg auf das E-Auto zu überzeugen. Den Abschluss des Programms bildete die Präsentation der Gewinner des Wettbewerbs "Chauffeur des Jahres".

Die Wahl des Chauffeurs des Jahres gewann Ralph Zoberbier (Mitte) vor Jochen Mayer (Links) und Sebastian Betz. | Foto: T. Kanzler
Die Wahl des Chauffeurs des Jahres gewann Ralph Zoberbier (Mitte) vor Jochen Mayer (Links) und Sebastian Betz. | Foto: T. Kanzler

Die Sponsoren und Partner der Veranstaltung empfingen die Teilnehmer mit einer kleinen Autoflotte vor den Toren der Veranstaltungsstätte am kleinen Privatflughafen in Egelsbach bei Frankfurt. Toyota präsentierte den Mirai mit Wasserstoffantrieb, einen Lexus ES 300 und mit dem LM einen Luxusvan, von dem ein YouTuber kürzlich verkündete, das Fahrzeug sei „luxuriöser als ein Privatjet“. Europcar wollte als Hauptsponsor nach eigenen Angaben mal „etwas Anderes“ vorstellen und entschied sich für das Riesen-E-SUV Kia EV 9 und eine Elektrolimousine der Marke Lucid. Joachim Flämig von Volkswagen Nutzfahrzeuge kam mit der neuen VW Caravelle als 8-9 Sitzer und langem Radstand („leider nur in Weiß und mit hässlichen Felgen“ – O-Ton Flämig). Wir von der taxi heute waren mit unserem momentanen Testfahrzeug von VW, dem ID.BUZZ GTX vor Ort um komplettierten die Flotte.

Das achte Forum des Bundesverbandes der Chauffeur und Mietwagenunternehmen bot dann auch eine interessante Runde zum Thema Antriebstechnik. In der Diskussion um den richtigen Antrieb tauschten sich Vertreter der Fahrzeughersteller Toyota und Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) sowie die erfahrenen Betreiber alternativer Antriebe, Dirk Holl und Thomas Mohnke, aus. Frank Still von Toyota stellte die Vier-Antriebs-Strategie seines Unternehmens vor: Vollhybrid, Plug-in-Hybrid, batterieelektrisch und wasserstoffelektrisch. Joachim Flämig von VWN betonte, dass VW mit der Multitraktionsplattform des neuen Caravelle auf eine breite technologische Basis setze. Doch hob Flämig die Vorzüge des Diesels hervor, insbesondere für Kunden aus der Nutzfahrzeugsparte, die auf hohe Reichweiten und leistungsstarke Antriebe angewiesen seien.

Thomas Mohnke betonte, dass Wasserstoff für gewerbliche Personenbeförderer nur dann eine praktikable Lösung sei, wenn mindestens zwei Wasserstofftankstellen in der Nähe des Betriebssitzes verfügbar sind. Die fehlende Infrastruktur wurde für Dirk Holl zum entscheidenden Hindernis: Nachdem die einzige Wasserstoff-Tankstelle in seiner Region geschlossen wurde, blieb ihm nichts anderes übrig, als seine Fahrzeuge zu verkaufen.

Holl setzt inzwischen auf Elektrofahrzeuge, wies jedoch darauf hin, dass die Betriebskosten eines E-Autos aktuell rund 15 Prozent über denen eines Dieselmodells liegen. Trotz dieser wirtschaftlichen Herausforderung bestand in der Runde Einigkeit darüber, dass die Dekarbonisierung des Verkehrs nicht mehr aufzuhalten ist. Synthetischen Kraftstoffen und HVO 100 begegnete man entsprechend mit Skepsis. „Das Umdenken muss im Kopf beginnen“, gab Flämig den Zuhörern mit auf den Weg.

Auszeichnung für herausragende Chauffeure: Engagement und Erfahrung gewürdigt

Zum Abschluss eines vielseitigen Thementags stand die Ehrung des „Chauffeurs des Jahres“ im Mittelpunkt. Den ersten Platz sicherte sich Ralph Zoberbier, ein selbstständiger Unternehmer mit langjähriger Erfahrung. Ihm folgten Jochen Mayer, Vorstandsfahrer bei SOKA-BAU, sowie Sebastian Betz, der als Minijobber bei einem Mitgliedsunternehmen tätig ist.

Ralph Zoberbier: Leidenschaft für den Beruf

Seit 13 Jahren führt Zoberbier seinen eigenen Chauffeurservice mit großer Überzeugung. Nach mehr als drei Jahrzehnten als Ingenieur und Projektleiter in der Telekommunikationsbranche entschied er sich für einen Neuanfang im Premium-Segment des Fahrdienstes. Seine Freude am Umgang mit Menschen sowie sein stilsicheres Auftreten sieht er als wesentliche Grundlagen seines Erfolgs. Sein Ziel ist es, seinen Service kontinuierlich zu verbessern und sich mit den Besten der Branche zu messen.

Jochen Mayer: Erfahrung und Professionalität

Jochen Mayer bringt über 25 Jahre Erfahrung im Chauffeur- und Limousinenservice mit. Er begann seine Laufbahn 1992 mit einer Ortskundeprüfung in Berlin und war lange als selbstständiger Fahrer tätig, bevor er eine Anstellung als Vorstandsfahrer annahm. Diskretion, sicheres Fahren und ein Höchstmaß an Service sind für ihn essenziell. Durch regelmäßige Fahrsicherheitstrainings und Weiterbildungen stellt er sicher, dass er auch in anspruchsvollen Verkehrssituationen souverän agiert. Die Auszeichnung sieht er als Anerkennung seiner langjährigen Arbeit und als Ansporn, weiterhin höchste Standards zu gewährleisten.

Sebastian Betz: Flexibilität und Einsatzbereitschaft

Als Aushilfschauffeur bei globalmobility und festangestellter Mitarbeiter bei FraPort versteht sich Betz nicht nur als Fahrer, sondern als zuverlässiger Begleiter seiner Fahrgäste. Flexibilität, Einsatzbereitschaft und ein ausgeprägtes Serviceverständnis zeichnen ihn aus. Seine Motivation schöpft er aus der Wertschätzung, die er den Kunden entgegenbringt – und die er sich auch selbst für seine Arbeit wünscht. Neben der reinen Fahrtätigkeit übernimmt er zusätzliche Aufgaben, um seinen Fahrgästen eine reibungslose und komfortable Reise zu ermöglichen.

Mit der Ehrung dieser drei Chauffeure wird deutlich, wie facettenreich der Beruf ist. Ob als selbstständiger Unternehmer, angestellter Vorstandsfahrer oder flexible Aushilfe – jeder bringt auf seine Weise einen wichtigen Beitrag zur Qualität und Verlässlichkeit der Branche.

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