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Uneinsichtige Autofahrer muss man motivieren

Wenn sich Autofahrer nicht an Tempolimits halten wollen und zu dicht auffahren, kann man ihnen nur mit Motivation bekommen, meint ein österreichischer Wissenschaftler.
Prof. Dr. Ralf Risser möchte uneinsichtige Autofahrer auch mit Druck motivieren. (Foto: Dietmar Fund)
Prof. Dr. Ralf Risser möchte uneinsichtige Autofahrer auch mit Druck motivieren. (Foto: Dietmar Fund)
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Dietmar Fund
Im Verkehr sind Autofahrer von anderen Verkehrsteilnehmern isoliert und merken nicht, wie andere die eigene Geschwindigkeit erleben. Da die öffentliche Diskussion Geschwindigkeitsverstöße toleriert, wollen viele Autofahrer sich nicht an Tempolimits und vernünftige Abstandsregeln halten. „Wissen reicht nicht, um mangelndes Wollen auszugleichen“, erklärte der Wiener Prof. Dr. Ralf Risser beim DVR-Presseseminar „Geschwindigkeit und Abstand“ am 27. Oktober 2016 in Kassel. Uneinsichtigen Zeitgenossen könne man nur mit Motivation beikommen.

Was er mit dem Begriff „Motivation“ meint, präzisierte der österreichische Wissenschaftler gegenüber taxi heute. „Wir bräuchten eine hohe Entdeckungswahrscheinlichkeit und sollten denjenigen, die etwas falsch machen, eine schnelle Rückmeldung geben“, sagte Risser. „In Finnland zum Beispiel bekommen geblitzte Autofahrer abends eine E-Mail, die sie auf ihr Fehlverhalten hinweist.“ Risser kann sich auch vorstellen, zweifelnde Autofahrer argumentativ mit Filmen zu überzeugen, die ihnen Aha-Erlebnisse bescherten. Abgesehen von der schnellen Sanktion des Fehlverhaltens müsse umgekehrt Wohlverhalten belohnt werden, um es positiv zu verstärken.

Risser hatte in seinem Vortrag auch erklärt, viele Politiker scheuten wirkungsvolle Maßnahmen, weil sie annähmen, die Leute würden sie nicht annehmen. Dabei gebe es psychologische und soziologische Untersuchungen, die das Gegenteil belegten.

Ein noch deutlicheres Urteil über Politiker fällte am zweiten Tag des Presseseminars Prof. Dr. Dieter Müller vom Institut für Verkehrsrecht und Verkehrsverhalten in Bautzen. „Meine persönliche Erfahrung ist, dass Politiker wie Getriebene handeln, nur von Wahl zu Wahl denken und keine Visionen haben“, sagte Müller. „Daher reagiert auch das Bundesverkehrsministerium nur auf Druck. Deshalb müssen die Länder in punkto Verkehrssicherheit mehr Druck machen.“

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