Allianz-Studie: Jeder zehnte Unfalltote geht auf Ablenkung zurück

Eine Allianz-Sicherheitsstudie kommt zu dem Schluss, dass die Ablenkung durch mobile Endgeräte, aber auch durch Festeinbauten zu mehr Unfalltoten führt als Alkohol am Steuer.
Nicht nur der Umgang mit dem Handy, sondern auch die Bedienung eingebauter Geräte erhöht das Unfallrisiko enorm. (Foto: Allianz)
Nicht nur der Umgang mit dem Handy, sondern auch die Bedienung eingebauter Geräte erhöht das Unfallrisiko enorm. (Foto: Allianz)

Die häufigste Unfallursache ist heute nicht mehr Alkohol am Steuer, sondern ein Fahrer, der sich durch die Bedienung eines Smartphones, eines eingebauten Geräts oder einen Streit mit einem Mitfahrer hat ablenken lassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Allianz Zentrum für Technik (AZT) zusammen mit dem Institut Mensch, Verkehr Umwelt und MAKAM Research durchgeführt hat.

Die Forscher führten dazu zum einen repräsentative Telefon-Interviews mit 1.600 Autofahrern in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz. Zum anderen werteten sie von der Allianz abgewickelte Großschäden im Hinblick auf abgelenkte Fahrer aus und sichteten Studien aus anderen Ländern. Dabei kam heraus, dass rund zehn Prozent der Unfälle auf Ablenkung zurückgehen. Während in Deutschland laut der Statistik im letzten Jahr 256 Verkehrstote wegen Alkohol am Steuer zu beklagen waren, seien rund 350 Verkehrstote auf das Konto abgelenkter Fahrer gegangen, hat das AZT errechnet.

Die befragten Autofahrer waren nicht nur wegen der Bedienung ihres Handys in brenzlige Situationen geraten, sondern auch wegen der Bedienung eingebauter Navis, Bordcomputer und Radios. Daher fordert die Allianz von den Autoherstellern, dass sie die Bedienung des Navis während der Fahrt sperren und die Gerätebedienung vereinfachen und harmonisieren sollten. Flankierend dazu müssten Notbrems-Assistenten, die die Ablenkung kompensierten, in alle neuen Autos eingebaut werden.

An die Autofahrer selbst appellieren die Forscher, ihr Handy vor dem Fahrtantritt mit der Freisprecheinrichtung zu koppeln, mobile Endgeräte außerhalb ihrer Reichweite zu verstauen und das Navi samt der Routenoptionen vor der Fahrt zu programmieren. Beim Fahrzeugwechsel, der auch in Taxi- und Mietwagenunternehmen zum Alltag gehört, sollten sie sich mit den Fahrzeugfunktionen vertraut machen.

Einen ausführlichen Bericht über die Studie und ihre Empfehlungen bringt taxi heute in Kürze.

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