Mercedes-Benz verzeichnet deutlichen Rückgang bei Gewinn, Umsatz und Absatz

Der Hersteller kämpft mit schwacher Nachfrage, hohen Kosten und einer angespannten Marktlage. Neue Modelle und Sparmaßnahmen sollen gegensteuern, doch eine Erholung wird erst in einigen Jahren erwartet.

Trotz neuer Modelle belastet eine schwache Marktentwicklung die Geschäftszahlen von Mercedes-Benz. | Foto: | Foto: Marijan Murat/dpa
Trotz neuer Modelle belastet eine schwache Marktentwicklung die Geschäftszahlen von Mercedes-Benz. | Foto: | Foto: Marijan Murat/dpa

Mercedes-Benz hat trotz umfangreicher Produktpräsentationen im vergangenen Jahr einen deutlichen wirtschaftlichen Rückgang verzeichnet. Nach Unternehmensangaben sanken Gewinn, Umsatz und Absatz spürbar. In den ersten neun Monaten wurde ein Rückgang des Konzernergebnisses von 7,81 Milliarden auf 3,88 Milliarden Euro registriert. Der Umsatz schrumpfte zugleich auf 98,5 Milliarden Euro. Insgesamt setzte das Unternehmen rund 1,8 Millionen Fahrzeuge ab, was einem Minus von neun Prozent entspricht.

Belastungen im China-Geschäft und hohe Wettbewerbsintensität

Besonders im Kernmarkt China verlor Mercedes-Benz Marktanteile. Dort sank der Absatz um neunzehn Prozent. Der Premium- und Luxusmarkt ist geprägt von starkem Wettbewerb durch chinesische Hersteller, die mit aggressiven Preisen auftreten. Neue Modelle des Konzerns kommen nach Einschätzung von Branchenkennern erst ab 2027 in einem spürbaren Umfang im Markt an.

Strategische Herausforderungen

Mehrere Entscheidungen der Vergangenheit wirken bis heute nach. Die frühe Fokussierung auf reine Elektroantriebe sowie eine einseitige Ausrichtung auf höherpreisige Segmente gelten als wesentliche Faktoren. Zudem führte die Chipknappheit während der Corona-Pandemie zu einer Priorisierung teurer Modelle, was anschließend als langfristiger Nachfragetrend fehlinterpretiert wurde. Diese Annahmen erwiesen sich im Marktumfeld jedoch als nicht tragfähig.

Kostenbelastungen und tarifpolitische Rahmenbedingungen

Zusätzlich beeinträchtigen hohe Kostenstrukturen, insbesondere in Deutschland, die Ertragslage. Neben steigenden Produktions- und Verwaltungskosten wirkt sich auch die Zollpolitik der USA belastend auf das Ergebnis aus.

Sparprogramm und Modelloffensive sollen Erholung ermöglichen

Der Hersteller hat ein umfassendes Kostensenkungsprogramm gestartet. Bis 2027 sollen Produktions- und Fixkosten jeweils um zehn Prozent sinken. Materialkosten werden ebenfalls optimiert. Ergänzend läuft ein Abfindungsprogramm für Beschäftigte in indirekten Bereichen. Parallel dazu bringt das Unternehmen neue Modelle in verschiedenen Segmenten auf den Markt, darunter Fahrzeuge für das Einstiegs- und Mittelklassesegment.

Ausblick: Trendwende erst in einigen Jahren erwartet

Für 2026 wird ein Übergangsjahr erwartet. Branchenexperten rechnen mit ersten positiven Impulsen ab 2027. Chancen für eine nachhaltige Erholung sehen Marktbeobachter vor allem in Bereichen wie Fahrassistenzsystemen und automatisiertem Fahren, in denen Mercedes-Benz nach wie vor eine starke Position einnimmt. (Quelle: dpa)

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