IAA Mobility 2025: BUND mahnt zur Beibehaltung des EU-Verbrennerausstiegs

Zwar werden auf der Messe selbst und im Open Space  fast ausschließlich elektrische Fahrzeuge präsentiert. Doch der Umweltverband warnt davor, dass hinter den Kulissen der Verbrennerausstieg verzögert werden soll. 

Auf Hochglanz getrimmt: Der BUND befürchtet, dass trotz zahlreicher e-mobiler Neuheiten auf der Messe der Verbrennerausstieg verzögert werden soll. | Foto: VDA
Auf Hochglanz getrimmt: Der BUND befürchtet, dass trotz zahlreicher e-mobiler Neuheiten auf der Messe der Verbrennerausstieg verzögert werden soll. | Foto: VDA
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz in Deutschland (BUND) hat zum Start der IAA Mobility in München die Verantwortlichen in Politik und Industrie ermahnt, die von der EU beschlossenen Flottengrenzwerte für Pkw zu verteidigen.

„Während sich die Autokonzerne auf der IAA innovativ und modern präsentieren, arbeiten die gleichen Unternehmen und deren Lobbyorganisationen in Brüssel daran, die Zeit zurück zu drehen: Mögliche Strafzahlungen sollen ausgesetzt, demokratisch ausgehandelten Flottengrenzwerte verschoben werden. Ohne diese CO2-Mindeststandards können die nationalen und internationalen Klimaabkommen jedoch nur mit einer Reihe anderer, weitaus einschneidenderer Maßnahmen eingehalten werden", erklärte Verena Graichen, Geschäftsführerin Politik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Das sei den Verantwortlichen bewusst und dennoch würden sie bei der Messe und dem angekündigten Autogipfel auf Bundeskanzler Merz einwirken. Statt Vorgaben jetzt wieder aufzuweichen, müssten sich Bundesregierung und Autobauer gemeinsam anstrengen und für kleine und vor allem bezahlbare E-Autos sorgen, appellierte Graichen weiter. Menschen, die nicht auf Busse und Bahnen umsteigen können, müssen mit kleinen, energie- und ressourcensparenden Elektrofahrzeugen auch bei steigenden Spritpreisen mobil bleiben können.

"Wer jetzt gegen die CO2-Mindeststandards kämpft, handelt kurzsichtig. Das gilt für die internationale Wettbewerbsfähigkeit, es gilt aber umso mehr für das Erreichen der verbindlichen EU-Klimaziele im Verkehr, die Deutschland aktuell verfehlt. Hier drohen milliardenschwere Strafzahlungen oder der Kauf von teuren Verschmutzungszertifikaten", warnte die BUND-Geschäftsführerin.

Abschwächung der EU-Standards gefordert

Wie der BUND weiter zum Hintergrund schildert, haben sich der die IAA ausrichtende Verband der Automobilindustrie (VdA), die European Automobile Manufacturers' Association (ACEA) und einige CEOs großer Autokonzerne mit Briefen an politische Entscheider*innen wie Ursula von der Leyen und Veröffentlichungen für eine Abschwächung der EU-CO2-Mindeststandards ausgesprochen. Gefordert wird unter anderem ein Aussetzen von Strafzahlungen und eine Abschaffung des Verkaufsverbots von neuen Verbrennern nach 2035. Es seien bereits Zugeständnisse gemacht worden, so der BUND. So dürfen etwa Verbrenner auch nach 2035 weiter verkauft werden, wenn sie nachweislich nur mit e-Fuels betankbar sind. Das war eine Regelung, auf die vor allem auch die frühere Ampel-Partei FDP sowie Teile der CDU/CSU gedrungen hatten. 

Logobanner Liste (Views)