Flughafen Köln-Bonn verteuert Anfahrt von Taxis und Mietwagen massiv

Ein Bonner Mietwagenunternehmer sucht nun Kolleginnen und Kollegen, die den Flughafen ebenfalls häufig anfahren, um gemeinsam gegen die Preiserhöhung vorzugehen.

Der Flughafen Köln-Bonn ist für Taxis und Mietwagen, die Fahrgäste im Kiss & Fly-Bereich absetzen oder abholen möchten, offenbar ein teures Pflaster geworden. (Foto: Flughafen Köln/Bonn GmbH)
Der Flughafen Köln-Bonn ist für Taxis und Mietwagen, die Fahrgäste im Kiss & Fly-Bereich absetzen oder abholen möchten, offenbar ein teures Pflaster geworden. (Foto: Flughafen Köln/Bonn GmbH)
Dietmar Fund

Zum 1. März 2022 hat die Flughafengesellschaft ohne Vorankündigung die Einfahrt in die Schrankenanlage für Taxis und Mietwagen so massiv verteuert, dass man von einer feineren Art von Straßenraub reden könnte. Diesen Vorwurf erhebt der Bonner Mietwagenunternehmer Edmund Theisen. Er hat sich mit seiner TBM Theisen Mobility GmbH auf den Flughafentransfer spezialisiert, der sich nach einem Pandemie-bedingten Einbruch gerade erst wieder erholt.

Wie Theisen berichtet, sind seit dem 1. März 2022 nur noch für die erste Einfahrt zehn Minuten kostenfrei. Ab der zweiten Einfahrt würden nun fünf Euro für jeweils fünf Minuten verlangt. Aufgrund der Geschwindigkeitsbeschränkung und der Entfernungen im Gebäude käme man mit fünf Minuten nicht aus, sodass jedes Mal zehn Euro fällig seien. Zusätzlich sei ihm das Abrechnen über eine Parkkarte per Monatsrechnung versagt worden, sodass sein Fahrpersonal weitere Zeit mit dem Gang zum Kassenautomaten verliere. Zuvor habe er dreimal täglich für zehn Minuten einfahren können und danach fünf Euro für 10 Minuten bezahlt. Zeitliche Überziehungen seien monatlich über das kostenpflichtige elektronische Parkbereichzugangssystem abgerechnet worden.

Der Unternehmer rechnet vor, dass seine Fahrzeuge durchschnittlich drei bis vier Mal pro Tag in die Schrankenanlage einfahren. So kämen pro Fahrzeug und Tag Mehrkosten von 20 Euro zusammen und auf einen Monat umgerechnet 300 bis 450 Euro pro Fahrzeug. Diese Mehrkosten möchte der Unternehmer nicht einfach auf seine Kundinnen und Kunden umlegen, was er als Mietwagenunternehmer ja könnte. Stattdessen versucht er jetzt, über die Industrie- und Handelskammer Bonn und die Stadtverwaltung Bonn gegen die Verschlechterung vorzugehen. Dafür sucht er Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Großraum Köln, die ebenfalls von der Neuregelung betroffen sind und sich gemeinsam mit ihm dagegen zur Wehr setzen möchten.

Ob er Mitglied in einem Landesverband ist und schon versucht hat, über ihn Unterstützung zu erhalten, schreibt Edmund Theißen nicht. In Frage käme dafür wohl in erster Linie die Fachvereinigung Personenverkehr Nordrhein Taxi-Mietwagen e.V. in Monheim.

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