Audi erprobt 48-Volt-Bordnetz

Ein zweites Bordnetz neben dem üblichen mit 12 Volt Spannung soll unter anderem einen elektrisch angetriebenen Turbolader möglich machen.
Dietmar Fund

In seinem Erprobungsfahrzeug Typ A6 TDI concept erprobt Audi einen elektrisch angetriebenen Turbolader. Er soll unabhängig von der Drehzahl des Dieselmotors schon bei niedrigen Drehzahlen viel Verbrennungsluft in die Brennräume drücken und dürfte damit ein viel besseres Ansprechverhalten gerade bei kleinvolumigen Motoren ermöglichen. Da eine herkömmliche Batterie eines 12-Volt-Bordnetzes und ihre Lichtmaschine den Strombedarf eines solchen Verdichters nicht decken können, bauen die Ingolstädter für starke Verbraucher ein 48-Volt-Teilbordnetz auf.

In der derzeit höchsten Ausbaustufe speist ein im Wirkungsgrad optimierter Generator einen Lithium-Ionen-Akku mit 48 Volt Spannung. Mit zehn Kilowatt Leistung in Phasen der Energierückgewinnung soll die neue Lichtmaschine erheblich mehr als heute üblich bieten. Wegen der höheren Spannung sollen geringere Leitungsquerschnitte reichen, was den Kabelstrang viel leichter machen soll. Die Entwickler hoffen, durch alle diese Maßnahmen bis zu 0,4 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer einsparen zu können.

Ein 48-Volt-Bordnetz hatten vor ein paar Jahren schon Bremsenentwickler ins Gespräch gebracht. Sie verknüpfen damit die Möglichkeit, Bremsen nicht mehr hydraulisch, sondern rein elektromotorisch zu betätigen und damit die einzelnen Räder noch individueller abzubremsen. Um diesen Weg ist es allerdings inzwischen still geworden.

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