Toyota will mit Brennstoffzellen weiter kommen

Wegen des schnelleren Tankens und der größeren Reichweite sieht Toyota außerhalb der Ballungsräume den Brennstoffzellen-Antrieb im Vorteil gegenüber einem batterie-elektrischen Konzept.
Der Toyota Mirai bietet nur drei Fahrgastsitze und einen kleinen Kofferraum. (Foto: Toyota)
Der Toyota Mirai bietet nur drei Fahrgastsitze und einen kleinen Kofferraum. (Foto: Toyota)
Dietmar Fund

Parallel zur Entwicklung seiner Hybridfahrzeuge hat Toyota mit der Entwicklung des Brennstoffzellen-Antriebs begonnen. Herausgekommen ist die viertürige und viersitzige Limousine Mirai, deren Serienversion im Herbst in ganz kleinen Stückzahlen nach Deutschland kommen soll.

Beim Mirai wurden praktisch der Ottomotor und die Fahrbatterien des Hybridfahrzeugs durch ein Brennstoffzellenpaket unter den Vorder- und Rücksitzen sowie durch zwei unterschiedlich große Wasserstofftanks vor und hinter der Hinterachse ersetzt. Nach wie vor treibt ein Elektromotor die Vorderräder an. Den nötigen Strom erzeugen die Brennstoffzellen, denen komprimierte Luft und Wasserstoff zugeführt wird. Beim Verbrennungsvorgang entstehen außer Strom nur Wasserdampf und etwas Abwärme.

Toyotas Technik-Pressesprecher Dirk Breuer nannte als einen Vorteil dieser Technologie, dass das Tanken des unter 700 bar Druck stehenden Wasserstoffs kaum länger als das Tanken normalen Kraftstoffs dauere. Die Tankanschlüsse aller Hersteller seien europaweit genormt. Der größte Vorteil der Technologie sei aber die Reichweite von rund 500 Kilometern, die man mit Batterien nur unter großem Aufwand und mit sehr hohem Gewicht erreichen könne. Der Mirai wiege leer nur 1.850 Kilogramm.

Der „Pferdefuß“ des Brennstoffzellenantriebs liegt bei den Tankstellen . Bis Ende 2015 sollen statt der ursprünglich geplanten 50 Stück in Deutschland gerade mal etwa halb so viele zur Verfügung stehen. Für die Nutzer „zumutbar, aber noch nicht komfortabel“ seien hingegen rund 1.000 Stück, sagte Werner Diwald vom Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband bei der Vorstellung der Technologie am 19. März 2015 in München. Diwald skizzierte, wie Wasserstoff aus Windstrom hergestellt werden könnte, und bezeichnete die angedachte Verwertung von Wasserstoff als Methan in einem auf Erdgas ausgelegten Verbrennungsmotor wegen ihres viel schlechteren Wirkungsgrades als Übergangstechnologie.

Toyota baut in diesem Jahr nur 700 Mirai und will die Jahresproduktion bis 2017 nur auf 3.000 Stück steigern. In Deutschland können sich die Brennstoffzellen-Fans vorstellen, solche Autos in Ballungszentren einzusetzen, in denen Brennstoffzellenbusse für die nötige Auslastung der Wasserstoff-Tankstellen sorgen. Gedacht ist etwa an Berlin, Hamburg, Stuttgart und das Ruhrgebiet.

Der Mirai bietet aufgrund seines Konzepts einen hinten eingeschränkten Fußraum und nur einen kleinen Kofferraum, aber ordentliche Knie- und Kopffreiheit. Mit einem Preis von 66.034 Euro (ohne MwSt.) und wegen der Tankstellenfrage dürfte der bis zu 178 km/h schnelle Viersitzer wohl kaum als Aushängeschild von Taxibetrieben in Frage kommen, die sich gerne mit besonderer Umweltfreundlichkeit schmücken.

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