Abzocke in Kroatien: Wenn Taxifahrten zur Kostenfalle werden

In Zagreb häufen sich Berichte über massive Preisforderungen von Taxifahrern. Touristen zahlen weit mehr als üblich, während Fahrer straffrei bleiben. Der Grund: In Kroatien gibt es keine einheitlichen Vorgaben für Tarife.

Tourismus in Kroatien: Berichte über hohe Taxikosten belasten das Image beliebter Reiseziele. | Foto: Niels Bosman via Unsplash
Tourismus in Kroatien: Berichte über hohe Taxikosten belasten das Image beliebter Reiseziele. | Foto: Niels Bosman via Unsplash

In Zagreb hat eine Touristin aus Neuseeland für eine nur rund 1,5 Kilometer lange Taxifahrt 1500 Euro bezahlt. Wie die ältere Dame der kroatischen Zeitung Jutarnij List berichtete, zeigte das Taxameter zunächst 185 Euro an – ein Betrag, der bereits weit über dem üblichen Tarif von etwa 10 bis 20 Euro liegt. Der Fahrer bot der Frau an, die Summe auf 150 Euro zu reduzieren. Stattdessen wurden jedoch 1500 Euro von ihrer Kreditkarte abgebucht.

Anzeige ohne Folgen

Die Urlauberin erstattete Anzeige und erhielt 1350 Euro zurück. Der Fahrer blieb jedoch straffrei. Grund dafür ist die fehlende gesetzliche Regulierung der Taxipreise in Kroatien. Ohne verbindliche Vorgaben für Kilometerpreise oder Zuschläge können die Behörden in solchen Fällen kaum eingreifen.

Wiederholte Vorfälle

Der aktuelle Fall ist kein Einzelfall. Kroatische Medien berichten regelmäßig über ähnliche Situationen. So musste eine britische Urlauberin 101 Euro für eine rund 13 Kilometer lange Fahrt zum Flughafen zahlen. Auch hier konnte die Polizei nicht einschreiten, da das Taxameter eingeschaltet war und eine Quittung vorlag.

Fehlende Regulierung als Hauptproblem

Die fehlende einheitliche Preisstruktur im kroatischen Taxiverkehr ermöglicht es unseriösen Fahrern, ihre Tarife frei festzulegen. Besonders in touristischen Zentren wie Zagreb kommt es dadurch immer wieder zu stark überhöhten Forderungen. Medien raten Reisenden, sich vorab über übliche Preise zu informieren, um finanzielle Nachteile zu vermeiden.

Auswirkungen auf den Tourismus

Die Vorfälle werfen ein negatives Licht auf die Tourismusbranche und könnten das Vertrauen von Reisenden in beliebte Ziele wie Zagreb beeinträchtigen. Fachleute sehen Handlungsbedarf bei den zuständigen Behörden, um die Praxis einzudämmen und Verbraucher besser zu schützen.

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