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Thema des Monats

Geprüfte Sicherheit – gut fürs Image

Thema des Monats Dezember

TÜV und Dekra haben ein Zertifikat „Sichere Personenbeförderung im Taxi- und Mietwagenbetrieb“ entwickelt. Was steckt dahinter?

Über die ersten Referenzkunden Robert Deifts, Oliver Bertram von Funktaxen Schaller und Fabian Hoffmann hat taxi heute bereits berichtet. Die Taxi- und Mietwagenunternehmer aus Hamburg, Wunstorf und Gifhorn sind somit Pioniere für ein Qualitätssiegel, das gegenüber den Kunden Vertrauen wecken soll. Vertrauen in die Zuverlässigkeit eines Taxibetriebs, Vertrauen in den Fuhrpark und Vertrauen in die Verlässlichkeit der Fahrer.

Diese drei Bausteine bilden die Säulen für das vom Verband der TÜV e.V. entwickelte Zertifikat „Sichere Personenbeförderung im Taxi- und Mietwagenbetrieb“. Geprüft und zertifiziert werden die interessierten Betriebe durch den TÜV oder die Dekra. Gemeinsam mit dem Taxi-Bundesverband BZP und der Taxisparte des niedersächsischen Gesamtverbandes (GVN) wurden einheitliche Prüfkriterien erarbeitet, die wiederum in Pflicht- und Küraufgaben unterteilt sind. Je Säule müssen 70 Prozent der verlangten Anforderungen erfüllt werden.

Dazu zählen beispielsweise die Vorlage der Betriebsgenehmigungen, der Nachweis der erfolgreich absolvierten Hauptuntersuchung aller Fahrzeuge und die Kontrolle der Taxischeine aller beschäftigten Fahrer. Bei Letzteren muss der Unternehmer dokumentieren, dass diese Kontrollen jährlich wiederholt werden.

Neben solch profunden Nachweisen müssen beispielsweise aber auch Arbeitsanweisungen für die Fahrertätigkeit hinsichtlich der Sicherheit im Fahrdienst vorgelegt werden. Die Durchführung tätigkeitsbezogener Qualifizierungen findet sich ebenfalls im Prüfkatalog, zählt allerdings nur zu den Kürpunkten und muss somit nicht zwingend erfüllt werden. Das gilt auch für Frage, ob Regelungen bzw. Anweisungen für die Sauberkeit und die Pflege des Fahrzeugs existieren.

Zur Überprüfung der Pflicht- und Kürvorgaben besucht ein Mitarbeiter der regional zuständigen TÜV- oder Dekra-Stelle das Taxi-Unternehmen vor Ort. Je besser der Unternehmer vorbereitet ist, desto schneller verläuft das Audit. Trotzdem wird man mit einem mehrstündigen Zertifizierungsverfahren rechnen müssen. Die Kosten richten sich dann auch in erster Linie nach dem zeitlichen Aufwand. Zwar sei der Preis noch nicht festgelegt, doch müsse man mit einer Mindestgebühr von 800 Euro rechnen, sagte BZP-Geschäftsführer Thomas Grätz während des Zentralenkongresses. Dort hatte Frank Schneider vom Verband der TÜV e.V. das Qualitätssiegel vorgestellt. Der komplette Anforderungskatalog wird in Kürze unter www.sichere-personenbeförderung.de einsehbar sein.

Vieles davon wird sich übrigens an den bereits existierenden Zertifikaten zur sicheren Personenbeförderung im Busverkehr sowie in der Rollstuhlbeförderung orientieren. Das Siegel für Busunternehmer wurde 2004 auf politischen Druck und als Reaktion auf die damaligen schweren Verkehrsunfälle mit Reisebussen entwickelt. Reisetouren sollten wieder sicherer und das verloren gegangene Vertrauen der Kunden zurückgewonnen werden. 

Das Taxigewerbe hat sich dem Verfahren freiwillig angeschlossen - ganz ohne politisches Drängen. Im Gegenteil: Versuche, durch gesetzliche Bestimmungen die Anforderungen an den Berufszugang und die Fahrerausbildung zu erhöhen, verliefen ergebnislos im Sande. Nun bietet also ein offizielles TÜV- bzw. Dekra-Zertifikat die Gelegenheit, das Imageproblem, unter dem Hellelfenbein seit Jahren leidet, aufzupolieren. Statt eines einheitlichen gehobenen Mindestniveaus bekommen so wenigstens die guten und verantwortungsbewussten Unternehmern ein Instrument, um sich mit einem Alleinstellungsmerkmal vom Wettbewerb abzugrenzen – auch wenn es auf eigentlich ärgerlich ist, Geld für ein öffentliches Bekenntnis auszugeben, das eigentlich selbstverständlich sein sollte: Sichere Personenbeförderung in einem Taxi oder Mietwagen. 

Die Vorteile eines Zertifikats „Sichere Personenbeförderung in Taxis und Mietwagen“

Optimierung des BetriebsablaufsVerschlankung von betriebsinternen ProzessenAlleinstellungsmerkmal gegenüber WettbewerbernVersicherungsvorteileAusschreibungsvorteile bei Schülerfahrten etc.Erlaubnis zur werbewirksamen Nutzung des Zertifikat-Logos.

Nachteile

Kosten: Mindestens 800 Euro (zzgl. eventueller Marketingkosten)Gültigkeit je nach erreichter Punktzahl nur 1-2 JahreErhöhter organisatorischer Aufwand (jh)
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