VW Golf Variant wird nur dezent aufgefrischt
Geänderte Bug- und Heckschürzen sowie LED-Rückleuchten sind die wesentlichen Neuerungen, die den VW Golf Variant nach dem Update kennzeichnen. So nennen die Marketing-Strategen dieses Mal das dezente Facelift, das am 6./7. Februar 2017 auf Mallorca zu erfahren war.
Vorgestellt wurden dort Fahrzeuge der höchsten Ausstattungsstufe Highline, die passend zum Begriff Update sowohl das in fünf Stufen konfigurierbare und stets aufpreispflichtige Active Info Display als auch das Top-Navi Discover Pro hatten. Das aus dem Passat bekannte Display zum Spielen anstelle der Armaturen wird es im Taxi nicht geben. Beim Discover Pro ist das noch in der Prüfung. Volkswagen bewirbt es zwar mit dem Begriff Gestensteuerung, doch kann man damit auch nicht mehr als von rechts nach links und umgekehrt wischen, um beispielsweise die Senderliste des Radios durchzugehen.
Als Fortschritt in der intuitiven Bedienung darf das nicht unbedingt gelten. Lästig ist auch, dass man die Lautstärke des Radios mit zwei Tasten für Plus und Minus regeln muss. Während das Lenkrad der Top-Versionen mittlerweile mit Tasten überladen ist, zeigte sich die Sprachsteuerung bei der Umfahrung eines gesperrten Streckenabschnitts begriffsstutzig.
Glücklicherweise ist wenigstens die Bedienung der Grundfunktionen intuitiv geblieben. Erhalten blieb selbst bei 17- oder gar 18-Zoll-Rädern die einzigartige, ausgewogene Federungsabstimmung des Golf Variant.
Am Innenraum hat die Modellpflege nichts geändert. Die Vordermänner müssen ihre Sitze ein wenig anheben und ein paar Rasten nach vorne rücken, wenn hinten zwei Erwachsene gut sitzen sollen. Auf dem Mittelplatz stoßen langbeinige Fahrgäste mit den Knien gegen die harten Umrandungen der Vordersitze. Die asymmetrisch geteilte Lehne der Fond-Sitzbank lässt sich per Hebel vom Kofferraum aus absenken, aber eine ebene Ladefläche entsteht dabei nicht.
Als Taxi wird der Golf Variant ab der Kalenderwoche 27 produziert, also Anfang Juli. Wie Taxi-Ansprechpartner Joachim Lindecke auf Anfrage von taxi heute erklärte, basiert das Taxi auf der Ausstattungslinie Trendline. Es wird mit einem 2-l-TDI bestellbar sein, der entweder die nur im Taxi erhältliche Leistung von 81 kW aufweist oder aber die aus dem normalen Programm bekannte Leistungsstufe 110 kW. Beide gibt es entweder mit dem sehr präzise schaltbaren Sechsgang-Getriebe oder aber mit dem bekannten 6-Gang-DSG als Automatik. Das 7-Gang-DSG mit ebenfalls nassen Kupplungen und einem um 0,3 Liter pro100 Kilometer gesenkten Durchschnittsverbrauch, das nach dem Update in die Serie einfließt, muss seine Taxi-Standfestigkeit erst noch beweisen.
Lindecke möchte mit dem Taxi-Paket ab Werk viele Optionen anbieten, die normalerweise beim Trendline nicht bestellbar, aber für das Taxi-Gewerbe von Bedeutung sind. Der Ergo-Active-Sitz mit dem Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken muss für den Taxi-Einsatz erst noch erprobt werden. Ob sich die Voll-LED-Scheinwerfer mit dem intermittierenden Licht der Taxi-Alarmanlage vertragen, muss erst noch geprüft werden. Fraglich ist auch noch, ob die City-Notbremsfunktion, die neuerdings Fußgänger erkennen soll, im Taxi lieferbar sein wird.
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