Treffpunkt der Testfahrten war der Flughafen von Barcelona. Neben der dicht besetzten Taxispur – Barcelonas Taxler sind hauptsächlich in Seat-Modellen unterwegs – standen dort die optisch überarbeiteten E-Klasse-Fahrzeuge, bei denen man sich nun endgültig vom klassischen Vier-Augengesicht verabschieden muss. Sämtliche Leuchtfunktionen inklusive Blinker (war ja bisher in die Außenspiegel integriert) werden nun von einem einzigen Scheinwerferglas überdeckt. Die fließend eingebauten LED-Leuchtelemente sollen allerdings zumindest graphisch das Vier-Augen-Gesicht erhalten.
Im Fahrzeuginneren können sich Taxiunternehmer und deren Fahrer den Griff an die Sitzunterkante zur Längsverstellung des Sitzes sparen. Künftig werden in Kombination mit dem optionalen memory-Paket schon in den Basismodellen der Sitzwinkel und die Höhe elektrisch von der Türe aus reguliert. Auch beim Schalten muss man sich umstellen: Der Hebel zur Bedienung des Automatik-Getriebes ist nun serienmäßig an der Lenksäule. Die Mittelkonsole bietet dadurch Platz für zwei Becherhalter und den (im Taxi unnötigen) Aschenbecher.
Keine Veränderungen ergeben sich bei den Dieselmotorisierungen. Alle Selbstzünder-Motoren sind bereits aus der bisher aktuellen E-Klasse bekannt, weshalb sich beim Festpreis „Das Taxi“ für den kleinsten Motor E 200 CDI nur eine moderate Preiserhöhung von rund 300 Euro netto ergibt. Wir haben darüber bereits in unserer Meldung vom 16. Januar berichtet.
Wie bei Modellpflegen üblich, rutschen einige Features, die bisher gegen Aufpreis erhältlich waren, nun in die Serienausstattung. Als Beispiel sei hier eine radargestützte Kollisionswarnung genannt, die in Verbindung mit einem adaptiven Bremsassistenten die Gefahr eines Auffahrunfalls verringert. Mercedes nennt diese Funktion „Collision Prevention Assist“. Das System ist einer von insgesamt elf neuen oder überarbeiteten Sicherheits-Assistenten, die unter dem Begriff „Intelligent Drive“ ab sofort serienmäßig oder optional erhältlich sind.
Ein anderer Assistent nennt sich „Pre-Safe-Bremse“. Auf einem abgesperrten Flugplatz in der Nähe von Barcelona konnte man sich eindrucksvoll davon überzeugen, dass eine hinter dem Rückspiegle an der Windschutzscheibe angebrachte Stereokamera einen auf der Straße stehenden Fußgänger identifizieren kann und das Fahrzeug dann eine autonome Vollbremsung einleitet. Autonom bedeutet in diesem Fall, dass der Assistent den Bremsvorgang völlig selbständig übernimmt. Bei der Demonstration kam die 50 km/h schnelle E-Klasse kurz vor dem (Papp-) Fußgänger zum Stehen, ohne dass der Fahrer die Bremse betätigt hatte.
Bleibt nur zu hoffen, dass ein solches System im realen Verkehr nie zum Einsatz kommen muss. Falls doch, wird jeder Fahrer hinterher heilfroh sein, dass die Technik in solchen Bereichen schon so weit fortgeschritten ist.
Hinweis der Redaktion: Einen ausführlichen Testbericht inklusive Vorstellung weiterer Assistenzsysteme können Sie in der Ende Februar erscheinenden Print-Ausgabe von taxi heute nachlesen.
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