IAA Mobility 2025: Schulterschluss in der Mobilität ist wichtiger denn je
Bei einer Vorpressekonferenz zur IAA MOBILITY in München hat der VDA-Geschäftsführer Jürgen Mindel ein starkes Signal der Branche in einem schwierigen globalen Umfeld angekündigt. Die IAA in München sei eine Erfolgsgeschichte, findet Mindel. Das zeige auch die hohe Zahl an Ameldungen von Herstellern OEMs, die ein Drittel über den Ausgangszahlen von 2023 lägen, darunter eine um weitere 40 Prozent gewachsene Zahl chinesischer Anbieter. Hier freue man sich im Übrigen auf den Wettbewerb, so Mindel, der die IAA auch insofern als Treffpunkt von West und Ost sieht. Wie es generell zehn Prozent mehr internationalen Anteil der Aussteller gibt, der auf 55 Prozent wächst. 40 Prozent der Teilnehmerfirmen seien zum ersten Mal präsent, präzisierte IAA-Projektleiter Jan Heckmann vom VDA.
Eine Halle mehr am Summit
Am Summit gäbe es bei einer Halle mehr zudem deutlich größere Stände der Anbieter und Premieren von Techkonzernen wie Google oder Chip-Giganten wie Qualcomm. Man fühle sich hier sehr wohl, wenngleich noch keine Entscheidung für den weiteren Verbleib an der Isar gefallen sei, formulierte Mindel. Diese solle aber bald erfolgen. Mit dem an B2B und professionelle Klientel adressierten Summit wolle man ein intellektuelles Zentrum für Mobilität von morgen darstellen. Der Schulterschluss zwischen Industrie, Forschung und Gesellschaft sei in Anbetracht der krisenhaften Lage wichtiger denn je, meint Mindel. Die Zweiteilung der Messe in B2B und B2C habe sich aus Sicht des VDA-Geschäftsführers bewährt, weil sie eine präzisere Ansprache der jeweiligen Zielgruppe erlaube. Das sei insofern ein messekonzeptioneller Fortschritt, der auch international große Beachtung finde. Mindel verwies auch auf den erstmals durchgeführten IAA Mobility Trend Index: Der sieht das - zunehmend elektrische - Auto weiter klar als Verkehrsmittel Nummer 1. Allerdings gehe es nicht um ein Gegeneinander, sondern um eine intelligente Verknüpfung der Verkehrsmittel, die man in München darstellen wolle.
Die Welt zu Gast in München
Der neue Bereichsleiter Mobility der Messe München Christian Vorländer sieht die "Welt der Mobilität zu Gast in München". Die IAA sei "ein leuchtender Stern im Messejahr". Die Schau sorgte laut dem ehemaligen SPD-Politiker für 160 Mio. Euro zusätzlichen Umsatz in der Stadt. Dabei solle die Messe die Verkehrsträger verknüpfen und auf dem Open Space vor allem auch emissionsfreie Mobilität versammeln, etwa E-Bikes, E-Scooter oder E-Autos. Die Stände würden sich nach seinem Dafürhalten gut ins Stadtbild einfügen und zum Austausch einladen, außerdem neue Mobilität erlebbar machen.
Kernelement sei die Möglichkeit zu eigenen Fahrerlebnissen, was sich großer Beliebtheit erfreue, wie 231 Anmeldungen von Anbietern zeigen würden, davon der überwiegende Teil elektrisch angetrieben. Auch autonomes Fahren werde erlebbar gemacht von diversen Ausstellern, die ihre automatisierten Systeme vorführen. Highlight sei der eigens eingerichtete Betriebsbereich für Level 3-Fahrzeuge auf der Autobahn A94.
Mobilität für ein breites Publikum
Doch die IAA will mehr als Technik bieten, sie ziele auch auf die Gemeinschaft, meint Vorländer. Es gebe etwa den Radparcours direkt im Englischen Garten, ergänzt um einen City-Parcours für Rad- und Mikromobilität auf der Ludwigstraße am Siegestor. Auch am Summit sei die Mikromobilität thematisch präsent, ergänzte Christine von Breitenbuch, Projektleiterin der Messe München. Für öffentliche Debatten diene der der Open Space namens "Citizen Lab" am Marienplatz, wo auch Themen wie der Ausbau der Radinfrastruktur oder die Transformation zur E-Mobililtät auf der Agenda stehen. Eine Partnerschaft mit der TU München und dem Mcube-Cluster baut im übrigen die Brücke in die Wissenschaft und Forschung. Auch ein Family Trail soll Mobilität in der Innenstadt erlebbar machen, angeleitet vom IAA-Maskottchen LIAA. Auch der "IAA Kids Day" am Sonntag adressiert Familien. Der IAA Career Day stellt wiederum die Ausbildung in der Branche in den Mittelpunkt. Nach Vorstellung von Vorländer soll die IAA eine Einladung an die Bürgerschaft und Bevölkerung sein, neue Mobilität zu erleben. Thematisch ragt auch die Kooperation mit der Deutschen Bahn im Rahmen der Initiative "Zukunf Nah Verkehr" heraus, die die Verkehrsträger verknüpfen soll, etwa die Kombination aus öffentlichen Verkehrsmittel und On-Demand-Shuttles. Hingucker ist ein Mock-up der neuen XXL-S-Bahn, das die künftigen Züge hautnah erlebbar machen soll.
Man will die Kritik aufnehmen
Christine von Breitenbuch lobte darüber hinaus die Zusammenarbeit mit der Stadt München und der Verwaltung, die Prozesse seien mittlerweile eingespielt. Man betreibe viel Aufwand zum Bürgerdialog im Vorfeld und während der Messe, was die Einschränkungen durch die Messebauten und Absperrungen in der Innenstadt betreffe, ergänzte IAA-Projektleiter Jan Heckmann. Auf die Frage nach den erneut angekündigten Protesten gegen die IAA, erklärte Mindel, man stelle sich der Diskussion, die in einer demokratischen Gesellschaft wertvoll und notwendig sei und nehme die Kritik an, auch mit den inhaltlichen Anpassungen der IAA, die mittlerweile einen deutlich stärkeren Anteil emissionsfreier Mobilität aufweise. Vorländer verwies auf das Citizen Lab am Marienplatz, das eben den Austausch mit den Kritikern ermöglichen solle. Man freue sich auf den kritischen Diskurs und lade dazu ein.
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