Taxi-Neuwagen: Aussteller weisen auf Lieferfähigkeit hin

Auf der Europäischen Taximesse in Essen thematisierten einige Austeller ganz offensiv, dass sie kontinuierlich Fahrzeuge umrüsten (lassen) und dadurch Lagerfahrzeuge kurzfristig liefern können.

Jörg Schlufter vom Autohaus Siebrecht kündigte auf seinen Autos „Mega-Taxi-Deals“ an. (Foto: Dietmar Fund)
Jörg Schlufter vom Autohaus Siebrecht kündigte auf seinen Autos „Mega-Taxi-Deals“ an. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Nach zwei Jahren Pandemie waren viele Taxi- und Mietwagenbetriebe froh, dass sie ihre teilweise vorübergehend stillgelegten Fahrzeuge noch etwas länger als geplant einsetzen konnten. Schließlich hatten die Fahrzeughersteller lange mit Teileknappheit und beschränkter Lieferfähigkeit zu kämpfen, was noch immer nicht ganz vorbei ist. Da nun aber langsam viele Taxis und Mietwagen in die Jahre kommen und Unfallersatz auch ein Thema ist, haben einige Aussteller der Europäischen Taximesse in Essen die Karte „Lieferfähigkeit“ ausgespielt.

Einer der offensivsten war Jörg Schlufter vom Autohaus Siebrecht aus Uslar, nach eigenen Angaben der größte Opel-Händler Deutschlands. Er hatte schon im Vorfeld für Lagerfahrzeuge vor allem auf der Basis der Transporter-Baureihen Combo Life und Zafira Life geworben, die in Essen auch ausgestellt waren. Schlufter hatte dort aber auch Informationen zu Taxi-Modellen auf der Basis der Peugeot-Modelle Rifter und 3008 dabei. Peugeot gehört wie Opel bekanntlich zum Stellantis-Konzern. „Wir bestellen einfach genug Fahrzeuge und nehmen sie rechtzeitig auf Lager“, sagte Schlufter lapidar auf die Frage, wie er denn seine Lieferfähigkeit sichere.

Mit einem großen Schild, das die Aufschrift „Lagerfahrzeuge sofort verfügbar“ trug, machten Annalena Birk und Thomas Weiden bei DIE Transform auf ihre Rolli-Umbauten aufmerksam. Das Unternehmen ist ein „Ableger“ eines Fahrdienstes und kennt daher die Beschaffungsnöte, in die man kurzfristig geraten kann.

Stolz zeigte Gerit Bruns, Geschäftsführer des Umrüsters AMF-Bruns, auf seinem Smartphone Drohnen-Fotos vom Hof des Stammbetriebs in Apen. Der ist derzeit vor allem mit Fahrzeugen der 3,5-Tonnen-Kategorie zugeparkt, die den Hauptanteil der Produktion ausmachen. Aber auch reichlich Kasten-Kombis, die mit einem Heckeinstieg für nur einen Rollstuhl-Fahrgast umgerüstet werden, parken auf dem Hof. Es handelt sich aber nur zum Teil um Vorlauffahrzeuge. Das Gros sind Fahrzeuge, die von Händlern selbst vermarktet und in Apen umgerüstet werden. Anfragen von Taxi- und Mietwagenbetrieben, die dringend ein Fahrzeug brauchen, vermittelt Vertriebsleiter Stefan Willjes an Händler, die Fahrzeuge im Vorlauf haben.

Am Stand des Borkener Umrüsters Activa berichteten Stephan Schwartz von der Berliner Außenstelle des tschechischen Bausatz-Lieferanten API und Activa-Außendienstler Leon Wendholdt, dass in Borken 22 Opel Combo und zehn Peugeot Rifter im Zulauf seien. Während es sich bei ihnen um Fahrzeuge mit kurzem Radstand handelt, die als Basis für Taxis und Mietwagen weniger gefragt sind, sind auch 10 bis 15 Citroen Berlingo mit langem Radstand im Zulauf. All diese Basisfahrzeuge sollen nach und nach mit einem Heckeinstieg ausgerüstet werden, um dann kurzfristig als Komplettfahrzeug zu Verfügung zu stehen.

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