Komfortabler Hybridantrieb kommt auch im Taxi Passat

Bei der Fahrvorstellung erwies sich der Plug-in-Hybridantrieb im VW Golf GTE als viel komfortabler als der des Toyota Prius. Er ist aber auch „verspielter“.
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Volkswagen ist dafür bekannt, in neue Marktsegmente immer recht spät vorzustoßen, aber dafür mit durchdachten Konzepten. So ist es auch beim Hybridantrieb, den die Wolfsburger ab dem Jahresende zunächst im Golf GTE verkaufen. Wegen der Plattform-Strategie wird er fast genauso auch im neuen Passat kommen.

Das E in der Typenbezeichnung steht laut den Marketingleuten sowohl für den Elektroantrieb als auch für extreme Sparsamkeit. Dahinter verbirgt sich das Zusammenspiel eines 1,4-l-TSI-Benziners mit einem Elektromotor, der zwischen dem Verbrennungsmotor und dem neu entwickelten 6-Gang-DSG mit nassen Kupplungen eingebaut wird.

Der TSI leistet 110 kW/150 PS, der Elektromotor 75 kW/102 PS. Damit kommen die beiden Antriebe auf eine Systemleistung von 150 kW/204 PS. Sie erlaubt zwar flotte Fahrleistungen, die nach dem Drücken der GTE-Taste in der Mittelkonsole auch akustisch auffällig daherkommen, aber interessanter an diesem Konzept sind die Möglichkeiten zum Einsatz des Elektromotors.

Sofern die Lithium-Ionen-Akkus der Fahrbatterie noch genug geladen sind, fährt der GTE elektrisch an. Drückt man bei vollen Akkus die E-Taste daneben, soll man bis zu 50 Kilometer weit kommen, bevor sich der TSI zuschaltet. Wählt man über den Touchscreen den Hybridantrieb aus, kann man wählen, ob der Wechsel zwischen TSI und Elektromotor automatisch ablaufen soll, ob der TSI die Fahrbatterie für spätere „Schleichfahrten“ am Ziel aufladen soll oder ob er nur die Kapazität der Fahrbatterie erhalten soll.

Die Automatik funktioniert prächtig. Bei ihr ist die Segelfunktion aktiviert, die beim Dahinrollen den TSI unmerklich ab- und bei Bedarf wieder zuschaltet. Da in diesem Modus beim Ausrollen nicht viel Bremsenergie zurückgewonnen wird, kann man alternativ über den DSG-Wählhebel die Stellung B mit starker elektrischer Bremswirkung wählen. Geht man dann vom Gas, verzögert das Fahrzeug stark, was vor Ortsschildern sinnvoll sein kann. Mit dem Antippen des Gaspedals kann man die Bremswirkung verringern, sodass ein Teil des Schwungs noch erhalten bleibt und das Auto noch stark Bremsenergie zurückgewinnt. Im Hybridmodus soll der Durchschnittsverbrauch bei 4,5 Litern Superbenzin pro 100 Kilometer liegen.

Das eigens für den GTE entwickelte 6-Gang-DSG schaltet auch über die Schaltpaddeln sanft, was vor allem bergab Sinn zur Nutzung der Motorbremse und zum verstärkten Rekuperieren Sinn macht. Daher ist das Doppelkupplungsgetriebe ein akustisch viel angenehmerer Partner für die beiden Motoren als das stufenlos variable CVT-Getriebe des Toyota Prius.

Den Golf GTE platziert Volkswagen nicht als Spritsparer, sondern als Spaßmacher. Im neuen Passat dürfte derselbe Antrieb eher in Richtung Economy gehen. Für das wichtigste Taxi der Marke ist der Plug-in-Hybrid schon angekündigt. Ob die größere Karosserie eine höhere Batteriekapazität aufnimmt, wollte Volkswagen noch nicht sagen.

Die Wolfsburger haben für ihren Plug-in-Hybriden das Laden an einer 230-Volt-Haushalts-Steckdose oder einer 380-Volt-Wallbox vorgesehen. Diese Vorgänge dauern knapp vier beziehungsweise knapp zweieinhalb Stunden. Anders als beim Elektro-Golf ist nicht an eine Schnellladefunktion gedacht, weil das Hybridfahrzeug ja bei leeren Akkus noch mit dem TSI weiterfahren kann.

 

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