Kompakte Maße, viel Platz und Reichweite: BYD Atto 2 für Europa
Der chinesche E-Autohersteller BYD hat die Einführung des Kompakt-E-SUV-Modells Atto 2 in Europa angekündigt. Das bislang preiswerteste SUV der Marke für Europa soll kompakte Abmessungen mit hoher Agilität verbinden. Er verfügt über die revolutionäre BYD-Blade-Batterie und die innovative Cell-to-Body-Bauweise (CTB), hochmoderne intelligente Technologie im Innenraum und eine umfangreiche Serienausstattung.
„Das Kleinwagen- Segment ist hier unglaublich beliebt, und mit dem ATTO 2 verfügen wir über ein wendiges und vielseitiges Fahrzeug, das diesen großen potenziellen Kundenstamm ansprechen wird“, meint Stella Li, Executive Vice President von BYD.
Wobei "Kleinwagen" relativ ist: Der Atto 2 reiht sich ein in die Kompakt-SUV-Klasse und Format eines Kia EV3, misst 4.310 mm in der Länge, 1.830 mm in der Breite und stattliche 1.675 mm in der Höhe, und ist damit nur 145 mm kürzer und 45 mm schmäler als der Atto 3. Entsprechend bietet er auch ein großzügiges Raumangebot.
Der recht lange Radstand von 2.620 mm hilft dabei, ob die dank kurze Überhängen verbesserten Böschungswinkel vorne wie hinten jemals Relevanz entfalten, sei dahingestellt. Optisch prägen Voll-LED-Scheinwerfer und das schlanke Tagfahrlicht. Aerodynamisch sollen sogenannte Air Curtains helfen, bei denen der Fahrtwind gezielt um die Räder gelenkt wird. Am Heck sind der Dachkantenspoiler sowie ein durchgängiges Lichtband prägnant.
Blade-Batterie macht sich flach
Die sogenannte e-Plattform 3.0 beherbergt im Falle des Atto 2 eine Blade-Batterie mit 45,12 kWh Kapazität, erstmals in einem kompakten BYD-Modell in Cell-to-Body-Bauweise (CTB), sprich der Akku ist vollständig in das Fahrzeugchassis integriert, wobei die obere Abdeckung der Batterie als Boden für den Fahrgastraum dient. Das soll Platz sparen respektive Raum schaffen und für hohe Karosseriesteifigkeit sorgen. Der Akku soll in Sachen Sicherheit, Haltbarkeit und Leistung Maßstäbe setzen. Die rechteckigen, langen Zellen befinden sich nicht in einzelnen Modulen, sondern sind direkt in den Batteriekörper installiert. So können auf gleicher Fläche mehr Zellen untergebracht werden als bei einer herkömmlichen Batteriebauweise.
Die Batterie verwendet Lithiumeisenphosphat (LFP) als Kathodenmaterial, was mehr Sicherheit sowie Haltbarkeit und Umweltfreundlichkeit bringen soll, da sie zu 100 Prozent frei von giftigen Schwermetallen wie Kobalt und Nickel sind. LFP-Batterien besitzen außerdem eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber extremen Temperaturen, gelten als weniger empfindlich bei Temperaturschwankungen. Dadurch sollen sie auch langlebiger sein, wirbt der Hersteller. Er verweist darüber hinaus auf den vielzitierten Nageltest, bei dem ein Nagel durch die Batteriezellen getrieben wird, um die thermische Stabilität der Batterie in extremen Situationen zu prüfen. Simuliert wird ein schwerer Verkehrsunfalls.
Bis zu 400 Liter Kofferraum
Die Aufhängungskonfiguration – MacPherson-Federbeine vorne und ein Torsionsstab hinten – bietet eine Mischung aus schnellem Ansprechverhalten, Agilität und Komfort. Der Wenderadius von 5,25 Metern ist für einen SUV dieser Größe kompakt. Darüber hinaus ermöglicht die kompakte Hinterradaufhängung die flexible Nutzung des 400 Liter fassenden Laderaums.
Alle Versionen rollen serienmäßig auf 17-Zoll-Leichtmetallrädern. Vorn kommen innenbelüftete Scheibenbremsen zum Einsatz, hinten nutzt das SUV reguläre Scheibenbremsen. Der Frontmotor leistet 130 kW (177 PS) und stellt 290 Nm Drehmoment bereit, womit der E-SUV in 7,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h spurtet und eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h erreicht. Mit 45,12 kWh-Akku kommt der Stromer auf eine kombinierte WLTP-Reichweite von 312 km, im Stadtverkehr bis 463 km. Traditionell her mau ist die Ladeleistung: Über den 65-kW-DC-Lader lässt sich die Batterie in 37 Minuten von 10 auf 80 Prozent füllen, in 28 Minuten gelingt der Ladeprozess von 30 auf 80 Prozent. Mit dem 11-kW-AC-Lader ist der Speicher in fünfeinhalb Stunden von Null auf 100 Prozent gebracht.
Interieur mit klaren Linien
Das Cockpit greift mit einfachen und klaren Linien das Außendesign auf. Wichtige Bedienfunktionen befinden sich auf nebenliegenden Tasten. Dazu gehören beispielsweise die Aktivierung der Lüftung, der Drehregler für die Lautstärke des Soundsystems und der Schalter für die Fahrmodi. Davon gibt es vier Stück, die sich zwischen dem Eco-, Normal-, Sport- und Schnee-Modus unterscheiden.
Das serienmäßige Panorama-Glasdach sorgt für ein helles Ambiente. Standard ist ein 8,8-Zoll-Instrumentendisplay. Das Infotainment- System kommt in der Active-Version mit 10,1-Zoll-Display, die Boost-Edition mit 12,8-Zoll-Bildschirm. Immer nutzbar sind Apps wie Spotify, YouTube, Zoom und Amazon Music. Außerdem ist das Fahrzeug Over-the-Air-Update (OTA) fähig und verbindet kabellos Android Auto und Apple CarPlay.
Praktisch veranlagt
Mobilgeräte werden 60-W-USB-C- oder 7,5-W-USB-A-Anschluss geladen, hinten gibt es zwei weitere USB-Steckplätze, in der Boost-Edition ein kabelloser 15-Watt-Ladeplatz mittig. Zudem an Bord ist eine Sprachsteuerung: Per „Hi BYD“ lassen sich Bedienfunktionen wie Heizung, Klimatisierung sowie die elektrisch öffnenden und schließenden Fenster steuern.
Selbst wenn Android Auto oder Apple CarPlay aktiv ist, kann zum Beispiel durch Wischen mit drei Fingern nach oben und unten die Temperatur im Innenraum eingestellt werden. Zudem kann durch Wischen von einer Seite zur anderen die Lüftungsstärke reguliert werden. Noch wichtiger: Das Heckabteil fasst 400 Liter und wächst bei umgeklappter Rückbank auf bis zu 1.340 Liter Fassungsvermögen inklusive eines ebenen Ladebodens.
Karaoke-Funktion an Bord
Der Zugang zum Fahrzeug erfolgt entweder per Schlüssel oder via NFC-Technologie mit einer Schlüsselkarte, Smartphone oder anderem elektronischen Gerät. Der Fernzugriff per Smartphone über die BYD-App ermöglicht es den Nutzern außerdem, verschiedene Fahrzeugfunktionen, darunter die Vorklimatisierung des Innenraums und die Aktivierung der Sitzheizung, zu steuern. Typisch chinesisch: Das Infotainment-System verfügt über eine Karaoke-Funktion, die in Zusammenarbeit mit der führenden Karaoke-Softwaremarke Stingray entwickelt wurde.
Wärmepumpe und V2L Serie
Serienmäßig an Bord ist eine Wärmepumpe, die Reichweite und Effizienz im Winter verbessern soll. Zeitgemäß, aber in der Klasse ein Goodie ist auch die Vehicle-to-Load-Funktion (V2L), die mit bis zu 3,3 kW via externer Steckdose Geräte betreiben lässt, von der Kaffeemaschine bis zum Staubsauger, wie der Hersteller wirbt. Traditionell vollständig ist die Ausstattung, übersichtlich die Konfiguration in zwei Linien an, die sich beim Antrieb und bei der Batterie nicht unterscheiden.
Serie ist in der Basis schon LED-Tagfahrlicht, ein Panoramadach mit elektrisch verstellbarem Sonnenschutz, eine intelligente Fernlichtsteuerung, NFC-Zugang per Schlüssel, Schlüsselkarte, Smartphone oder tragbarem elektronischen Gerät, Parksensoren hinten und eine Rückfahrkamera, ein drehbares 10,1-Zoll-Touchscreen-Infotainmentsystem, vegane Lederpolsterung und Vehicle-to-Load.
In der Ausstattung Boost gibt es unter anderem beheizbare Vordersitze und ein beheizbares Lenkrad, eine Ambientebeleuchtung im Innenraum, elektrisch anklappbare Seitenspiegel, Parksensoren vorn sowie eine 360-Grad-Kamera sowie einen drehbaren Multimedia-Bildschirm mit 12,8 Zoll, eine kabellose induktive 15-W-Ladestation und ein aufgewertetes Audiosystem mit acht Lautsprechern.
Komplette Fahrerassistenz
Bei der Fahrerassistenz lässt man auch nichts anbrennen: Dazu gehören ein Fahrerüberwachungssystem (DMS), eine adaptive und intelligente Geschwindigkeitsregelung (ACC/ICC), eine Verkehrszeichenerkennung inklusive Geschwindigkeitsanpassung (TSR), ein Spurhalteassistent, ein Spurwechselassistent (LCA), ein Totwinkel-Assistent (BSD), eine Türöffnungswarnung (DOW), ein automatischer Notbremsassistent (AEB), eine Traktionskontrolle, eine Bergabfahrhilfe, eine Auffahrwarnung vorn wie hinten (FCW, RCW) und eine Querverkehrswarnung (RCTA) hinten mit Querverkehrsbremse (RTCB). Im Jahresverlauf kommt eine dritte Variante Comfort, die größere Reichweite bis 420 Kilometer bieten soll und einen stärkeren Motor kombiniert.
Dazu kommt ein kabelloser 50-W-Ladeplatz in der Mittelkonsole, zwei USB-CAnschlüsse im Fond, eine Lordosenstütze im Fahrersitz und Sichtschutzglas hinten. Die kompletten Spezifikationen und Preise des Atto 2 Comfort werden kurz vor seiner Markteinführung im dritten Quartal 2025 bekanntgegeben.
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