Massenunfälle werden einfacher reguliert

Die deutschen Versicherer haben sich auf eine kundenfreundlichere Lösung geeinigt.
Wenn die Polizei den Hergang nur schwer klären kann, gilt schon ein Unfall mit 20 Fahrzeugen als Massenunfall. (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)
Wenn die Polizei den Hergang nur schwer klären kann, gilt schon ein Unfall mit 20 Fahrzeugen als Massenunfall. (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)
Dietmar Fund

Die Kraftfahrtversicherer haben sich darauf geeinigt, dass sich Autofahrer, die an einem Massenunfall beteiligt sind, zur Unfallregulierung an ihren eigenen Versicherer wenden können. Er übernimmt die Personen- und Sachschäden des Fahrers und der Insassen sowie die Schäden am Auto, auch wenn der Halter keine Kaskoversicherung abgeschlossen hat. Außerdem wird ein Massenunfall nicht auf den Schadenfreiheitsrabatt des Halters angerechnet. Das teilt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit.

Laut dem Verband wird als Massenunfall jetzt schon der Zusammenstoß von 40 Fahrzeugen eingestuft, während vorher 50 Fahrzeuge als Minimum galten. Dies gilt aber nach wie vor nur, wenn die Polizei keinen alleinigen Unfallverursacher feststellen konnte und das gesamte Unfallgeschehen in einem engen zeitlichen und räumlichen Abstand abgelaufen ist. Wenn der Unfallhergang nur schwer zu klären ist, reichen sogar nur 20 beteiligte Fahrzeuge. Ein Gremium des GDV entscheidet, ob diese Bedingungen erfüllt sind.

Bisher trugen die im GDV organisierten Gesellschaften nur bei einem reinen Heckschaden die ganzen Kosten. Bei Schäden an Front und Heck sowie bei Totalschäden übernahmen sie zwei Drittel, bei einem reinen Frontschaden nur 25 Prozent.

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