Elektrotaxis: Telekom bietet Förder-Beratung

Vom ersten Anschauen der örtlichen Gegebenheiten über eine Fördermittel-Beratung bis hin zur Umsetzung reicht das Angebot der Telekom, mit der sie außer großen städtischen auch kleinere Familienbetriebe auf dem Land ansprechen möchte. Das war ein Thema eines Rundgangs mit Vertretern des TMV über die Digital X in Köln.

Christian Meyer als Branchenbetreuer der Telekom und Gastgeber (3.v.r.) bot der rund 20-köpfigen Truppe des Taxi- und Mietwagenverbands Deutschland e.V. (TMV) auf der Telekom-Veranstaltung Digital X ein interessantes Programm (Foto: Dietmar Fund)
Christian Meyer als Branchenbetreuer der Telekom und Gastgeber (3.v.r.) bot der rund 20-köpfigen Truppe des Taxi- und Mietwagenverbands Deutschland e.V. (TMV) auf der Telekom-Veranstaltung Digital X ein interessantes Programm (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Zusammen mit den Fördermitteln des Bundes und der Bundesländer gibt es in Deutschland über 3.000 Förderprogramme, über die die Anschaffung von Elektrotaxis, deren Ladeinfrastruktur und die Digitalisierung von Betrieben bezuschusst werden. Welche dies in der jeweiligen Region sind, dürfen Taxiunternehmen jeglicher Größenordnung die Branchenvertreter der Telekom fragen. Christian Meyer und Thomas Sell stellen dann den Kontakt zum örtlichen Vertreter ihres Unternehmens her, der dann vor Ort berät. Das berichtete Karip Burak, der beim Tochterunternehmen Schubkraft ein Experte für Förderprogramme ist.

Burak stellte sich am 14. September 2022 bei einem Rundgang von Vertretern und Vertreterinnen des Taxi- und Mietwagenverbandes Deutschland e.V. (TMV) über mehrere Stationen der von der Telekom veranstalteten Messe Digital X vor. Sie fand in Köln verteilt über vier Quartiere statt.

Burak berichtete, dass er die Taxi-Branche sehr gut kenne, weil seine Frau bei der Taxizentrale in Köln arbeite und dort vorwiegend für Schülerfahrten und deren Abrechnung zuständig sei. Dahinter stecke ein hoher Aufwand, den man durch Digitalisierung sicher verringern könne. In punkto Elektromobilität berate die Telekom die Unternehmen über eine Konzeptphase hinaus auch bei der Umsetzung. Ihr „Rundum-sorglos-Paket“ reiche bis hin zur Inbetriebnahme und zum Abrechnungssystem. Natürlich erhoffe sich die Telekom, bei einem solchen Prozess als Partner die Umsetzung begleiten zu können, sagte der Referent auf die Frage von taxi heute, wie sich die Telekom diese Beratung eigentlich bezahlen lasse.

Christian Meyer führte die Vertreter der Taxi-Branche anschließend zum Stand von mira. Dort erlebten sie, wie ein Operator an einem Fahrstand aus der Ferne einen VW Golf steuerte, dessen Fahrtroute man anhand der im Auto verbauten Kameras sehen konnte. Trotz der Besetzung mit einem „Sicherheitsfahrer“, der notfalls eingreifen könnte, bewegte sich das Fahrzeug mit einer Sondergenehmigung der Stadt Köln und überwacht vom TÜV durch den Straßenverkehr.

Marian Meier-Andreae und Dr. Peter Seggewiss erläuterten der interessierten Besuchergruppe, dass sie menschliche Eingriffe aufgrund der hohen Komplexität des städtischen Verkehrs noch lange für nötig halten. Je nach dem Automatisierungsgrad der Fahrzeuge sei es denkbar, von einem Fahrstand aus auch eine größere Anzahl weitgehend autonom fahrender Fahrzeuge zu überwachen und bei Bedarf in deren Fahrt einzugreifen, erklärten sie. Vorstellbar sei durchaus, dass ein Taxiunternehmer aus dem Home Office heraus autonom fahrende Taxis steuere. Die Frage, was dies koste, konnten die beiden Referenten noch nicht beantworten. Ihr Ziel sei es aber, ihr System innerhalb der nächsten drei Jahre marktreif zu machen, sagten sie einem nachfragenden Taxiunternehmer.

Auf die Gegenfrage der beiden mira-Vertreter, was für Taxiunternehmer der Gewinn ihres Systems sein könne, antwortete Uwe Wieland aus Schongau, diese Frage müsse man differenziert nach Stadt und Land beantworten. In seiner ländlichen Heimatregion müssten Taxifahrende viele Hilfestellungen geben wie zum Beispiel beim Einstieg oder bei Fahrgästen mit Rollatoren, merkte auch Tim Grupe an, dessen Unternehmen im Harz angesiedelt ist. Dass ältere und behinderte Fahrgäste auch in Städten Hilfestellung bräuchten, ergänzte prompt eine Vertreterin eines Taxiunternehmens aus Mülheim an der Ruhr.

Gastgeber und Gästeführer Christian Meyer wollte der Gruppe eigentlich noch eine Mobilitäts-App, Anwendungen für das Flottenmanagement und Neuigkeiten der Software Teams von Microsoft zeigen, die für das Taxi-Gewerbe interessant sind, doch wegen des schlechten Wetters musste er diese im Freien präsentierten Neuerungen doch der Einzelinitiative der Teilnehmer überlassen. Abschließend wies er darauf hin, dass man alle Vorträge der Digital X im Internet anschauen könne. Für die 3.000 Förderprogramme gebe es die „Telekom-App: Meine Förderung“, die Interessenten durch den Förderdschungel führe.

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