door2door will AOK Bayern bei Krankenfahrten unterstützen

Der Software-Anbieter prüft mit der AOK Bayern und dem Wohlwollen des Bundesgesundheitsministers, wie sich Krankenfahrten bündeln lassen.

Außer bei On-Demand-Projekten wie hier im Rhein-Main-Gebiet möchte Dr. Tom Kirschbaum (l.) das von ihm geführte Unternehmen door2door auch als Helfer bei der Organisation von Krankenfahrten profilieren. (Foto: door2door)
Außer bei On-Demand-Projekten wie hier im Rhein-Main-Gebiet möchte Dr. Tom Kirschbaum (l.) das von ihm geführte Unternehmen door2door auch als Helfer bei der Organisation von Krankenfahrten profilieren. (Foto: door2door)
Dietmar Fund

Die AOK und der Software-Anbieter door2door planen für den Herbst 2021 ein On-Demand-Ridepooling-Projekt zur Effizienzsteigerung von Krankenfahrten. Dazu läuft bereits eine Nachfrageerhebung unter Dialyse- und anderen Patienten. Sie werden in wissenschaftlich begleiteten Interviews nach ihren Ansprüchen an ihre individuellen Krankenfahrten befragt. Das teilte das Berliner Unternehmen door2door mit.

Die Befragungen laufen unter anderem in Oberbayern, weil door2door dort bereits über den On-Demand-Verkehr omobi in den Nahverkehr eingebunden ist. Den naheliegenden Schluss, dass es sich daher bei der in der Pressemitteilung erwähnten namenlosen AOK um die AOK Bayern handelt, bestätigte das Unternehmen auf Anfrage von taxi heute.

Das Projekt bezweckt die Digitalisierung der Planung, Buchung und Durchführung von Krankenfahrten. Sie solle die Verlässlichkeit für den Patienten und dessen Aufwand verringern, aber auch den Aufwand für die Krankenkassen und die Fahrtanbieter, die in dieser Reihenfolge aufgeführt werden. Mit der Automatisierung von Sammelfahrten soll sich die Auslastung der Fahrzeuge und damit deren Produktivität bei gleicher Flottengröße erhöhen. Zudem werde die Verknüpfung der Fahrten mit Nahverkehrsangeboten möglich, schreibt door2door weiter.

Josef Hafenmayr, Projektleiter bei der AOK Bayern, erklärt dazu, Nachhaltigkeit und Klimaschutz würden das Engagement seiner Krankenkasse ebenso treiben wie die Qualität von Krankenfahrten. Durch das Pooling könnten viele Einzelfahrten vermieden und der CO2-Ausstoß verringert werden. Die Versicherten sollten über eine App ihre Fahrten planen und verwalten können.

Bei dem Projekt ist ein achtwöchiger Praxistest vorgesehen. Maxim Nohroudi, Mitgründer und Geschäftsführer der Software-Schmiede, hält es für denkbar, dass künftig für Krankenfahrten „im komfortablen Kleinbus“ nur noch ein Nahverkehrsticket gelöst werden muss, was gut für die Umwelt und den Geldbeutel der Versicherten und Krankenkassen wäre.

Dass das Projekt über Bayern hinaus ausstrahlen könnte, deutet ein Zitat des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn in der Pressemitteilung an. Er wird wie folgt zitiert: „Projekte wie das zwischen der AOK und door2door leisten einen wertvollen Beitrag zur Digitalisierung des Gesundheitswesens in unserem Land. Ich bin gespannt auf mögliche Erkenntnisse für die Regelversorgung in Deutschland.“

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