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GVN und Taxizentrale wenden sich gegen VW-Tochter MOIA

Der niedersächsische Verband und Hallo Taxi 3811 verlangen von der Stadt Hannover und dem niedersächsischen Wirtschaftsminister, einen Antrag auf 250 Mietwagenkonzessionen für einen Test abzulehnen.
Mit ihren hübschen Elektro-Transportern sorgt die VW-Tochter in Hamburg und in Hannover für mächtig Ärger. (Foto: MOIA)
Mit ihren hübschen Elektro-Transportern sorgt die VW-Tochter in Hamburg und in Hannover für mächtig Ärger. (Foto: MOIA)
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Dietmar Fund

Die Mobilitäts-Tochter des Volkswagen-Konzerns namens MOIA hat in Hannover den Antrag gestellt, ihr im Rahmen der Experimentierklausel des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) bis zu 250 Mietwagenkonzessionen für vier Jahre zu genehmigen. Auf dieser Basis soll ein neues Mobilitätskonzept erprobt werden, das Elemente des Poolings mit klassischen Mietwagenfahrten verknüpft. Das schreiben und kritisieren der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) und die Hannoveraner Taxizentrale Hallo Taxi 3811 GmbH in zwei Pressemitteilungen.

Laut Gunther Zimmermann, Geschäftsführer der Fachvereinigung Taxi und Mietwagen des GVN, handelt es sich bei den beabsichtigten Mietwagenverkehren um ganz klassische Fahrten. Auch die Poolingverkehre seien in Hannover nichts Neues, denn die TaxiBus als gemeinsame Gesellschaft der Hannoveraner Verkehrsgesellschaft üstra und der Hallo Taxi 3811 GmbH biete seit langem das Teil-Taxi an. Bei den derzeit knapp 600 Taxi-Konzessionen in Hannover sehe das aktuelle Gutachten zur Funktionsfähigkeit des Taxi-Marktes bereits jetzt die Notwendigkeit einer Verringerung der Flotte. Durch die Erteilung so vieler Konzessionen an MOIA würde der Mobilitätsmarkt mit Kapazität überschwemmt. Das würde einen großen Teil der kleinen Taxiunternehmen in die Pleite treiben.

Auch Sven-Marcus Fürst und Wolfgang Pettau, die beiden Geschäftsführer der Taxizentrale, halten den Antrag von MOIA als Mischung von so genannten Exklusivverkehren und einem Pooling-Modell für nicht genehmigungsfähig. Sie bezeichnen es als „Rosinenpickerei“.

Die beiden Geschäftsführer kritisieren auch, dass sich das Preismodell von MOIA an Angebot und Nachfrage, Zuschlägen und weitere Faktoren orientieren solle, die sich aus dem Betrieb ergäben. Das erlaube der VW-Tochter eine betriebswirtschaftliche Optimierung, die Taxibetrieben wegen der Tarifpflicht nicht offenstehe. Fürst und Pettau schreiben außerdem, dass MOIA nur Kreditkarten und keine Barzahlung akzeptiere und mobilitätseingeschränkte Fahrgäste nicht berücksichtige.

„Es ist bedauerlich, dass sich der niedersächsische Verkehrsminister Dr. Bernd Althusmann, zugleich Mitglied des VW-Aufsichtsrates, in einer Veranstaltung des GVN am 28. Februar trotz Nachfrage zu den zweifelhaften Methoden von MOIA nicht geäußert hat“, schreibt Pettau. Es bestehe die Gefahr, dass nach dem „Dieselgate“ auch ein „Taxigate“ entstehe. Pettau wörtlich: „Wir fordern den Wirtschaftsminister auf, nicht die Interessen Berliner Firmen zu vertreten, sondern die niedersächsischen mittelständischen Firmen zu stärken.“
 

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