IAA Mobility 2021: Hyundai Ioniq 5 wird zum Robotaxi

Das auf Level 4 autonom fahrende E-CUV sichert mit mehr als 30 Sensoren die Fahrt ab. Das Ergebnis des Joint Ventures Motional zwischen Hyundai und Aptiv soll zügig kommerzialisiert werden.

Selbst ist der Stromer: Hyundai integriert die Mega-Trends elektrisch und autonom in einem Robo-Taxi mit Partner Aptiv. (Foto: Hyundai)
Selbst ist der Stromer: Hyundai integriert die Mega-Trends elektrisch und autonom in einem Robo-Taxi mit Partner Aptiv. (Foto: Hyundai)
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Der koreanische Automobilhersteller Hyundai und Motional, ein nach eigenen Angaben weltweit führendes Unternehmen im Bereich autonomes Fahren, haben zur IAA Mobility die Enthüllung des IONIQ 5 Robotaxi angekündigt. Basierend auf dem rein elektrischen E-Modell, das seit Juni auf dem deutschen Markt angeboten wird, will man hier ein Fahrzeug auf SAE-Level 4 realisiert haben, das sicher ohne Fahrer betrieben werden kann. Das Ioniq-5-Robotaxi ist außerdem Motionals erstes kommerzielles Fahrzeug und stelle einen Meilenstein in der Entwicklungsplanung des Unternehmens dar, so der Hersteller. Der Robotaxi-Spezialist will 2023 damit beginnen, Fahrgäste mit dem Hyundai-Modell im Rahmen einer Kooperation mit dem Ride-Hailing-Dienst Lyft zu befördern.

Als autonomes Fahrzeug erkennbar

Die Technologie des Fahrzeugs soll nach Außen sichtbar werden. So wurde das Sensorpaket des Fahrzeugs nicht versteckt untergebracht, sondern deutlich sichtbar übers Exterieur verteilt, um für eine Unterscheidung im Verkehr zu sorgen. Die über 30 Sensoren aus Kameras, Radar und Lidar sollen eine zuverlässige 360-Grad-Erkennung der Umgebung sicherstellen, hochauflösende Bilder liefern und auch Objekte in sehr großer Entfernung erkennen. Damit will man einen störungsfreien autonomen Betrieb in verschiedenen Umgebungen möglich machen. Der Anbieter wartet mit seiner Technologie auf, die mit Daten aus dem realen Straßenverkehr mehrerer Jahrzehnte angelernt worden sei und auf komplexe Situationen meistern soll, heißt es weiter.

Basis bildet das Serienfahrzeug auf der Electric Global Modular Platform (E-GMP), die Passagieren einen geräumigen Innenraum bieten soll. Ebenso verfügt das Fahrzeug über eine Reihe von Schnittstellen, mithilfe derer die Passagiere intuitiv mit dem E-CUV interagieren können, beispielsweise um das Robotaxi zu einem Extra-Stopp zu bewegen.

Hard- und Software gehen Hand in Hand

Das von Beginn an für den fahrerlosen Betrieb konstruierte IONIQ 5 Robotaxi sei in einer Partnerschaft von Hyundai und Motional entstanden, bei dem die Koreaner die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten sowie auf sein Know-How in Sachen weltweiter Fahrzeugfertigung einbrachte und Motional die fahrerlosen Technologien beisteuerte. Im Ergebnis sollen Hardware und Autonomie-Software synchronisiert zusammenarbeiten. Die ultraschnellen Ladezeiten und die hohen Reichweiten der E-GMP sollen ein weiterer Aspekt für den erfolgreichen Betrieb sein, zudem sei das Konzept weltweit skalierbar, ebenfalls wichtig für einen rentablen Einsatz der teuren Technologie.

Doppelt hält besser: Alle Funktionen mit Redundanzen abgesichert

Jede Funktion, sei es Navigation, Lenkung, Bremsen oder Antrieb, verfügt über Sicherheitsredundanzen, um stets eine sichere und störungsfreie Fahrt zu ermöglichen, wirbt der Hersteller um Vertrauen. Motional biete ebenfalls eine ferngesteuerte Unterstützung des Fahrzeugs an, sollte das Robotaxi einmal auf ungewöhnliche Straßenverhältnisse treffen, zum Beispiel bei einer Streckensperrung wegen einer Baustelle.

Joint-Venture bündelt Kompetenzen

Motional wurde im März 2020 gegründet und ist ein Joint Venture zwischen der Hyundai Motor Group und Aptiv, einem Technologieführer in fortschrittlicher Sicherheit, Elektrifizierung und Fahrzeug-Konnektivität. Das Team von Motional habe seine Expertise in fahrerloser Technologie über Jahrzehnte aufgebaut und verfüge gleichzeitig über eine nach eigener Ansicht konkurrenzlose Erfahrung bei kommerziellen Robotaxi-Diensten. Das Unternehmen habe im Netz von Lyft in Las Vegas bereits Hunderttausende Passagiere mit seinem selbstfahrenden Dienst befördert und sei zudem die einzige Firma ihrer Art, die mit zwei großen Ride-Hailing-Unternehmen zusammenarbeitet: Lyft und Via. In diesem Zuge startet 2023 im Lyft-Netz ein vollständig fahrerloser Service. Ioniq-Robotaxis werden über verschiedene Städte der USA verteilt und markieren damit einen Wendepunkt für autonomes Fahren und legen Grundstein dafür, Robotaxis weltweit zu etablieren, glaubt der Anbieter.

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