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MOIA-Geschäftsführer stellt sich dem Kreuzfeuer der Taxler

Robert Henrich erläuterte bei der Informationsveranstaltung eines Taxi-Schwerpunkthändlers in Hannover das Konzept seines Ridepooling-Ansatzes und stellte sich der Kritik von Taxiunternehmern.
MOIA-Geschäftsführer Robert Henrich wehrte sich tapfer und sehr sachlich gegen teilweise sehr emotionale Vorwürfe der Taxiunternehmer und ihrer Verbandsvertreter. (Foto: Dietmar Fund)
MOIA-Geschäftsführer Robert Henrich wehrte sich tapfer und sehr sachlich gegen teilweise sehr emotionale Vorwürfe der Taxiunternehmer und ihrer Verbandsvertreter. (Foto: Dietmar Fund)
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Dietmar Fund

Viele Städte möchten, dass die Autohersteller neue Antworten auf ihre Verkehrsprobleme finden. Sie sehen eine Lösung im Poolen von Fahrten, über das man Fahrzeuge und den Verkehrsraum viel effizienter nutzen könnte. Ihr Ziel ist es, dass viele Bürger ihren Privatwagen stehen lassen. Diese Wünsche habe MOIA beispielsweise in Hamburg aufgenommen, wo zusätzlich die Anforderung erhoben worden sei, auf jeden Fall Elektrofahrzeuge einzusetzen. So erklärte sinngemäß Robert Henrich, Geschäftsführer von MOIA, den Hintergrund der beiden Testbetriebe, mit der die Mobilitätstochter von Volkswagen in Hamburg und in Hannover weitere Erkenntnisse über das Ridepooling gewinnen möchte. Henrich sprach am 22. Mai 2018 bei einer Informationsveranstaltung des Hannoveraner Taxi-Schwerpunkthändlers Gessner & Jacobi.

Henrich bezeichnete das „auf Innovationen nicht vorbereitete“ Personenbeförderungsgesetz (PBefG) als „Riesen-Herausforderung“, die eine Rechtsunsicherheit mit sich bringe und zu vielen Gesprächen zwinge. Jede Stadt sehe das anders. In Hamburg habe der Testbetrieb inzwischen eine Genehmigung, in Hannover noch nicht. Die Hamburger Genehmigung sei mit einer langen Liste an Auflagen verknüpft, die MOIA als „extrem strikt“ empfinde. „Wir haben alles andere als einen Freibrief“, sagte Henrich.

Der Geschäftsführer appellierte an die Taxiunternehmer und an andere Verkehrsunternehmen, nicht gegeneinander zu spielen, sondern miteinander, denn der Mobilitätsmarkt wachse. Henrich wörtlich: „Wenn die Leute ihr Auto stehen lassen, profitiert davon auch das Taxi.“

Das bezweifelten einige Diskussionsteilnehmer, vor allem Michael Müller, Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands (BZP), und Gunther Zimmermann, Geschäftsführer der Fachvereinigung Taxi und Mietwagen im Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN). Sie bezichtigten MOIA erneut der „Rosinenpickerei“. Gegen diesen Vorwurf wehrte sich Robert Henrich mit dem Argument, dass sein Unternehmen als ein Projekt gesehen werde, das nur privat bezahlt wird und bei dem alle Kosten und Risiken privatwirtschaftlich getragen würden. Dafür gebe es dann auch weniger Auflagen zum Beispiel für das Bediengebiet, denn der Gesetzgeber wolle immer eine Balance zwischen Rechten und Pflichten herstellen.

„Wir sollten uns als Einheit verstehen. Die Zusammenarbeit mit den Öffis funktioniert inzwischen trotz anfänglicher Vorbehalte gut. Sie haben begriffen, dass sich die Mobilitätsnachfrage ändern wird und dass On-Demand-Verkehre kommen“, erklärte Henrich. „Die Mitnahme von Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist eine Herausforderung, die uns beide verbindet.“ Die Diskussion nach dem Muster „Wir gegen die Anderen“ brächte keinen Fortschritt, ebenso wenig die Diskussion um Genehmigungsverfahren. Über sie entschieden die Behörden und eventuell die Gerichte.

Einen ausführlichen Bericht über die Veranstaltung und die dort laut gewordenen Meinungen der Taxiunternehmer bringt taxi heute in der Ausgabe 6-7/2018. Als einziges Branchen-Fachblatt war taxi heute dort vertreten.
 

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