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Deutliche Reaktionen auf Auktionsmodell

Mehrere Organisationen aus Berlin und Hamburg wehren sich gegen das Vorhaben von mytaxi, Fahrten an den meistbietenden Taxifahrer zu versteigern.

Taxiunternehmen müssen scharf kalkulieren und können keine unkalkulierbaren Vermittlungsgebühren verkraften. Mit diesem Argument lehnt Bernd Ploke, Geschäftsführer der Taxizentrale  Funktaxi Berlin 261026, das Auktionsmodell des App-Anbieters mytaxi ab. Es sieht bekanntlich vor, Vermittlungen an eine variable Gebühr zwischen drei und 30 Prozent pro der Fahrtkosten zu koppeln, die der Fahrer auf seinem Smartphone voreinstellen kann. Plokes Zentrale verlangt derzeit eine Flatrate für alle Vermittlungen und plant, sie durch einen Sockelbetrag zuzüglich kleiner Beiträge pro Vermittlung zu ersetzen. Eine Versteigerung werde es definitiv nicht geben.

Einen Preiskampf unter den Fahrern, der zu Lasten der Qualität geht, befürchten die Innung des Berliner Taxigewerbes, der Taxi Verband Berlin, Brandenburg und Taxi Deutschland, Landesverband Berlin in ihrer gemeinsamen Presseerklärung. Sie lehnen ein Auftragsmodell, bei dem der Fahrer den Auftrag erhält, der am meisten vom Auftragsvolumen abgibt, „rundweg ab“. Es würde das Einkommen der Fahrer und der Unternehmer noch mehr reduzieren.

Hermann Waldner, Inhaber der Funkzentrale Taxi Berlin und Geschäftsführer des mit mytaxi konkurrierenden Vermittlungs-App-Anbieters taxi.eu, schließt eine Fahrtenversteigerung aus. Ein für den Unternehmer verlässlicher Satz entspreche für ihn dem Fairnessgebot, erklärte Waldner.

Laut Clemens Grün, dem 2. Vorsitzenden des Hamburger Taxen-Verbands, haben sich fünf Hamburger Verbände auf eine Empfehlung an ihre angeschlossenen Taxiunternehmer geeinigt. Sie sollten ihren Fahrern untersagen, in der App von mytaxi mehr als die Mindest-Vermittlungsgebühr von drei Prozent einzustellen. Dasselbe würden sie selbstfahrenden Unternehmern raten. Die kurzfristige Kündigung der bisherigen Verträge sei bei den mit mytaxi zusammenarbeitenden Taxiunternehmern und –fahrern nicht gut angekommen, berichtet der Branchenvertreter. Seines Erachtens habe das Vermittlungsunternehmen mit seinem Auktionsmodell den ersten schweren Fehler gemacht. Bei den von mytaxi veröffentlichen neuen Kriterien für eine Vermittlung fehlten ihm die Stammfahrer, die bisher bevorzugt vermittelt worden seien.


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