Das Wohl und Wehe des Taxigewerbes wird 2006 ganz eng mit dem Werdegang des Altkanzlers Gerhard Schröder und dem Ausgang der Weltmeisterschaft verknüpft sein. Das zumindest behauptet unsere nicht ganz ernst zu nehmende Vorausschau auf das Jahr 2006!
Januar:
Ein dreiwöchiger Dauerfrost von der Nordseeküste bis zu den Alpen sorgt für ein sagenhaftes Umsatzplus und für zahlreiche unzufriedene Fahrgäste. Kaum ein Privat-Pkw springt noch an, öffentliche Nahverkehrsbusse ebenso wenig, bei den Straßenbahnschienen sind bei Durchschnittstemperaturen von –20 Grad sämtliche Weichen zugefroren. Nur die Taxis laufen – und lassen ihre Fahrgäste doch in der Kälte stehen. Da die Spritpreise wegen Ölmangel (Alt-Kanzler Schröder hat aus Zorn über seine Wahlniederlage die Russen überredet, den Öl- und Gashahn zuzudrehen) in astronomische Höhen geschnellt sind, lohnen sich Personenbeförderungen nicht mehr. Deshalb konzentriert sich das Taxigewerbe voll und ganz auf sein neues Kerngeschäft: Man gibt allen Privatfahrzeugen Starthilfe, kassiert jedes Mal 18,50 Euro und macht endlich lohnende Geschäfte.
Februar:
Deutschland hat reagiert und Schröder wieder per Akklamation zum Kanzler bestimmt. Während alle Männer kilometerlang Schlange stehen, um russisches Erdöl zu zapfen, bilden die Frauen die jubelnde Kulisse für Herrn Schröder, der in einem Taxi-Corso Richtung Kanzleramt chauffiert wird. Der Fahrer des Kanzler-Taxis ist Joschka Fischer, der sich trotz der überraschenden historischen Wendung nicht mehr dazu überreden ließ, wieder auf die politische Bühne zurückzukehren. Als aktiver Taxifahrer ist er zu seinen tiefsten menschlichen Wurzeln zurückgekehrt: „So viel wie im Taxigewerbe kann ich in der Politik gar nicht mehr verdienen“, betont er in einem Interview gegenüber taxi heute.
März:
Der Aschermittwoch als erster März-Tag ist symbolisch für die dramatische Wendung, die das Taxigewerbe seit diesem Tag hinnehmen muss. Wieder-Kanzler Schröder hat aus Dankbarkeit die Ökosteuer abgeschafft, den Volkswagen-Konzern verstaatlicht und sämtliche Betriebsräte in die Hartzt-4 Falle gestoßen (ein paar davon konnten sich Dank eines aus Studienzeiten immer noch gültigen P-Scheins ins Taxigewerbe flüchten). In Wolfsburg werden nur mehr Polos gebaut, die man ohne Wartezeit für 3.000 Euro erhält. Jetzt kann sich wieder jeder ein eigenes Fahrzeug leisten und braucht fortan kein Taxi mehr.
April:
April April: In einer Fernsehansprache erklärt Noch-Kanzler Schröder, dass alle Polo-Besitzer ihr Fahrzeug gegen einen Phaeton zwangsumtauschen müssen. Dessen Verbrauch liegt – da gehörig hochgetunt - bei 18,5 Litern. Durch diese Maßnahme sei er als stiller Teilhaber am russischen Erdölkonsortium nun finanziell unabhängig und verspreche seinen Wählern, die Kanzlerdiäten nicht zu erhöhen.
Mai:
Jetzt reicht es Joschka Fischer: Als inzwischen gewählter neuer BZP-Präsident mobilisiert er das komplette Taxigewerbe, drei Tage lang hupend vor dem Kanzleramt den Rücktritt von Schröder zu fordern. Eben-Noch-Kanzler Schröder stellt daraufhin sein Amt erneut Angela Merkel zur Verfügung und setzt sich in die Elfenbeinküste ab.
Angela Merkel ernennt Joschka Fischer zum deutschen Sport- und Taximinister und gibt die Parole aus, sich fortan ausschließlich um die Ausrichtung der Fußball WM zu kümmern.