Für viele Taxi- und Mietwagenunternehmer ist es ein Brauch aus Erfahrung: Kaufe niemals ein neues Modell, bevor es sich nicht mindestens zwölf Monate auf dem Markt etabliert hat. In unserer Frage des Monats wollen wir von Ihnen wissen, ob Sie auch zu diesen vorsichtigen Unternehmern gehören.

Leider kommt es immer wieder vor, dass neu eingeführte Fahrzeugmodelle noch Kinderkrankheiten haben. Wer erinnert sich nicht an die massiven Elektronik-Ausfälle bei der E-Klasse W 210 vor einigen Jahren?
Prominenteste aktuelle Opfer sind seit einigen Monaten wieder Mercedes-Kunden: Einige Fahrzeuge - darunter auch viele Taxis - der ersten W 212-er E-Klassen-Produktion schalteten plötzlich abrupt in den Notlauf. Passierte das auf der Autobahn, hatte das ein abruptes Abbremsen auf 70 km/h zur Folge. Was war passiert? Defekte Injektoren führten zu einem unrunden Lauf und zu einer Fehleranzeige auf dem Display, worauf die Fahrzeugelektronik mit dem Umschalten in den besagten Notbetrieb reagierte. Die fehlerhaften Injektoren stammen vom amerikanischen Zulieferer „Delphi“ und werden von Mercedes in den Dieselmotoren E 220 und E 250 der C-, E- und GLK-Klasse verbaut.
Alle davon betroffenen E-Klassen mussten in die Werkstatt und dort die Injektoren austauschen. Mercedes reagierte sehr schnell, übernahm für sämtliche Austauscharbeiten die Kosten und stellte während der Ausfallzeit einen kostenlosen Leihwagen zur Verfügung.
Betroffene Taxiunternehmer hatten Anspruch auf ein Leihtaxi, das die einzelnen Mercedes-Niederlassungen über regionale oder bundesweite Taxivermieter organisierten. Dies führte zu Beginn und über die Jahreswende zu Engpässen. In München beispielsweise litten darunter während des umsatzstarken Oktoberfestes alle Unternehmer, die wegen Unfall oder Lieferverzögerung eines Neuwagens ein Leihtaxi benötigten: Es gab schlicht und einfach keine mehr.