
Genau davon konnten wir uns bei einer ersten Testfahrt über die A 3 und später durch den Taunus überzeugen. Ein mit Turboaufladung versehener, 150 PS starker Motor trieb unseren Zafira an. Das bisherige Modell, das auch weiterhin erhältlich sein wird, hat einen Saugmotor mit 94 PS, ist dafür aber rund 2.500 Euro günstiger im Grundpreis. „Wir rechnen damit, dass etwa 20 Prozent unserer Erdgaskunden weiterhin den leistungsärmeren der beiden 1,6 Liter CNG-Motoren kaufen“ schätzt ein Opel-Sprecher gegenüber taxi heute. Die große Mehrheit dürfte also bereit sein, mit einem Einstiegspreis ab 21.370 Euro hauptsächlich in mehr Fahrspaß zu investieren. Den hatten wir bei unserer ersten Testfahrt auch: Gleich an der ersten Ampel können wir mit allen anderen Verkehrsteilnehmern mithalten. Auf der Autobahn kratzt die Tachonadel bergab an der 200 km/h-Markierung.
Gemächlicher geht es auf der anderen Seite wieder den Berg hoch. Dabei zeigen sich auch prompt zwei Schwächen: Erstens ist der 6. Gang sehr lange übersetzt, so dass aus diesem Gang heraus ein schnelles Beschleunigen nicht machbar ist. Der Turbo-Zafira ist also weiterhin kein Renntaxi. Zweitens gibt es nach wie vor keine Kombination aus Erdgas und Automatikgetriebe. Taxi- und Mietwagenunternehmer in ländlichen Bereichen dürfte das allerdings nicht jucken: Auf dem Rückweg unserer Testfahrt über die Höhen und Tiefen des Taunusgebirges hatten wir uns schnell ans Schalten gewöhnt. Wenn man rechtzeitig zurückschaltete, überwand der Zafira jede Kuppe spielend. Kein Vergleich zur Alternative mit 94 PS, der bei solchen Steigungen an die alten Dieselmotoren erinnert, ehe dort der Turboantrieb seinen Siegeszug antrat.
Apropos Diesel: Opel hebt sich von anderen Herstellern erdgasbetriebener Fahrzeuge wohltuend ab, indem der neue CNG nicht teurer als eine in der Leistung vergleichbare Dieselversion ist. Um 655 Euro zugunsten des CNG unterscheiden sich beide beim Grundpreis. Deutlicher werden die Vorteile bei der Spritkostenersparnis. 100 Kilometer kosten beim Turbo-Erdgas 4,31 Euro, der Selbstzünder greift da mit 6,79 Euro schon tiefer in die Tasche. Allerdings basiert diese Berechnung auf den vom ADAC ermittelten Durchschnittspreisen von 2008, in dem der Dieselpreis im Sommer sogar an der 1,26 Euro-Marke kratzte.
Was nicht heißen soll, dass der Zafira CNG nur bei hohen Spritpreisen eine Alternative sein soll. Im Gegenteil: Mit dem „ecoFlex Turbo“ hat das Taxi- und Mietwagengewerbe eine weitere Alternative beim Fahrzeugkauf. Eine, die dank turboaufgeladener 150 PS den Fahrspaß erhöht, das Sparen im Vergleich zum lahmen 1,6-er CNG mit 94 PS allerdings verteuert.
2 Sätze zur Besteuerung: